Simone Weil

Schwerkraft und Gnade

Cover: Schwerkraft und Gnade
Matthes und Seitz, Berlin 2020
ISBN 9783957579348
Gebunden, 249 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Friedhelm Kemp. Simone Weil, die große französische Philosophin, war in Frankreich fast vergessen und in Deutschland kaum bekannt, als sie 1943 starb. Ihr frühes Denken, das geprägt war durch ihr politisches Engagement als Gewerkschafterin, MarxKritikerin und Teilnehmerin am Spanischen Bürgerkrieg, machte später der Orientierung an christlicher Mystik und platonischer und buddhistischer Tradition Platz. Kurz vor ihrem Tod überreichte sie ihre Notizbücher und Briefe dem christlichen Philosophen Gustave Thibon, der daraus vier Jahre später den Band Schwerkraft und Gnade zusammenstellte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs geschrieben, als sich Simone Weils Gesundheitszustand verschlechterte und ihr sozialer Aktivismus einer spirituellen Selbstbeobachtung wich, wurden die hier erhaltenen Aphorismen und die philosophischen und mystischen Betrachtungen zu einer der einflussreichsten Quellen der späteren französischen Philosophie.Mit dieser von Charlotte Bohn neu herausgegebenen und von Frank Witzel mit einem Nachwort versehenen Ausgabe wird Simone Weils wichtigstes Werk nach vielen Jahren wieder zugänglich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2021

Rezensent Thomas Steinfeld empfiehlt den neu herausgegebenen Band mit einer Auswahl von Texten Simone Weils allen, die Weils "moderne Mystik" kennenlernen möchten. Das dergleichen sich lohnt, kann Steinfeld bestätigen. Wie Schmerz und Denken zusammengehen etwa, vermittelt die Autorin laut Steinfeld zwar "in Sprüngen" und auf durchaus widersprüchliche Weise, doch eben auch originell. Frank Witzels Nachwort erschließt ihm nicht nur die Zusammenhänge von Weils Philosophie und Biografie, sondern bietet ihm auch eine Einführung in das Werk der französischen Philosophin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.02.2021

Rezensent Thomas Palzer ist ganz in den Bann geschlagen von den Gedanken der französisichen Philosophin, Gewerkschafterin und Mystikerin Simone Weil, deren Denken so quer zu allen traditionellen Richtungen stehe und dabei so mitreißend sei. In der Textsammlung "Schwerkraft und Gnade" skizziert Weil eine Art "Physik des Daseins" oder "menschliche Mechanik", wie Palzer sehr schön erklärt, in der etwa Leid und Demütigung wie physikalische Kräfte weitergegeben und nur duch einen Akt der Gnade aufgehoben werden können. Von der  Wissenschaft, räumt Palzer ein, hatte Weil ihre eigenen Vorstellungen - sie hielt die Astronomie für eine Verfallsform der Astrologie -, und ihre christliche Spiritualität war nicht unbedingt anschlussfähig an die philosophische Moderne. Aber der Rigorismus, der ihr den Ruf der "roten Jungfrau" eintrug, imponiert dem Rezensenten doch sehr: Hier mache jemand Schluss mit der "unerträglichen protestantischen Lauheit"!
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