Simone Lappert

Der Sprung

Roman
Cover: Der Sprung
Diogenes Verlag, Zürich 2019
ISBN 9783257070743
Gebunden, 336 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Eine junge Frau steht auf einem Dach und weigert sich herunterzukommen. Was geht in ihr vor? Will sie springen? Die Polizei riegelt das Gebäude ab, Schaulustige johlen, zücken ihre Handys. Der Freund der Frau, ihre Schwester, ein Polizist und sieben andere Menschen, die nah oder entfernt mit ihr zu tun haben, geraten aus dem Tritt. Sie fallen aus den Routinen ihres Alltags, verlieren den Halt - oder stürzen sich in eine nicht mehr für möglich gehaltene Freiheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.01.2020

Rezensent Martin Ebel ist zwar nicht durchgehend begeistert von Simone Lapperts Roman, erkennt aber an, dass der Autorin ein respektables Zweitlingswerk gelungen sei. Lappert bietet hier ein Panorama einer Kleinstadt, in dem der Suizidversuch einer jungen Frau bei den Bewohnern Wellen schlägt. Der Rezensent hält schon die Panoramaperspektive an sich - vor allem im Vergleich zur radikalen Subjektiven des Vorgängerromans - für einen mutigen und gelungenen Schritt, und lobt auch einige gesellschaftskritische Punkte im Roman. Die grundlegende Message jedoch, dass man in unserer Gesellschaft nur verrückt werden könne, gerät ihm etwas zu flach, ebenso wie einige Figuren und ein allzu "märchenhafter" erzählerischer Kniff mit einem wandernden Hut. Trotzdem hat Lappert die Feuerprobe des zweiten Werks für den Rezensenten insgesamt souverän bestanden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2019

Rezensent Rainer Moritz hätte sich ausnahmsweise mal weniger Empathie für die Figuren gewünscht von einer Autorin. Simone Lapperts Roman entzückt den Rezensenten mit allerhand tollen Figuren und Geschichten, die Lappert mit Hingabe zu entwerfen und zu verzahnen weiß, wie er schreibt. Damit gelingt die Darstellung eines kleinbürgerlichen Mikrokosmos im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet. Die dabei sichtbar werdenden Abgründe hätte die Autorin laut Moritz ruhig ausdauernder ausloten können. Lapperts Hang zum Happy Ending steht der vollkommenen Begeisterung des Rezensenten im Weg.
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