Klappentext
Erstmals erscheinen Simon Borowiaks Gedichte aus vier Jahrzehnten nun in einem Sammelband: Da wird thematisiert, dass sich die eigene Verlobte ununterbrochen anderweitig verlobt. Oder was passiert, wenn Spirituosen feiern. Oder wie es in einer Geschlossenen aussieht. Oder der Vorhölle. Persönliche Höhen und Tiefen haben das Leben des Schriftstellers Simon Borowiak geprägt, der emotionale Widerhall davon findet sich auch in seinen Gedichten. Die Vielfalt der Tonfälle kommt nicht von ungefähr: Simon Borowiak besuchte sieben Jahre lang die "Neue Frankfurter Schule", seine Lehrmeister im Fach Lyrik waren Robert Gernhardt, F. W. Bernstein und Hans Traxler. Ein Credo war dabei verpflichtend: Die klassischen Formen müssen sitzen! Und wenn man diese beherrscht, kann man sich formal wie inhaltlich alles erlauben.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025
Dass in den 37 Gedichten des Schriftstellers Simon Borowiak "durch Form etwas bewältigt oder gebannt" sei - die Gefahr des Absturzes etwa in die absolute Resignation, oder die Entfremdung von der Gegenwart - das also kann man nicht behaupten, behauptet Bahners. Und so begeht der Rezensent für ein paar Schritte jedenfalls eben jenen "Weg der Negation", auf dem auch Borowiak taumelt, um den unbeschreiblichen Zauber einer Frucht in seinem Garten zu fassen, z.B. - jener Garten, der sich in Borowiaks Lyrik als einzig besserer Ort erweist, besser als die reale Welt - ein Traum, lesen wir. Bahners widmet dieser Lyrik, und dem, was hier nicht bewältigt oder gebannt wird, eine ausführliche Analyse, durch die sich seine Wertschätzung bereits äußert. Er macht sie jedoch auch explizit, indem er von seiner Bewunderung für die große lyrische Gewandtheit spricht, mit der der Autor Zerhacktes und "Hingerotztes" zu Kunst zusammenfügt.
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