Klappentext

Robert Gernhardt stellt helle und schnelle Gedichte zu zwei düsteren Themen vor: zu seiner Krebserkrankung und zum Irak-Krieg. Widmete er sich 1996 in "Herz in Not" den Schmerzen am Herzen, so flicht er nun einer anderen Volkskrankheit einen Gedichtkranz: "Krankheit als Schangse". Denn: Wenn einer eine Chemo macht, dann kann er was erzählen. Was hingegen aus dem Weißen Haus und aus Bagdad berichtet wurde, das greift Robert Gernhardt in seinen Sonetten auf, die vor und während des Irak-Kriegs entstanden sind: "Krieg als Shwindle". Krankheit und Krieg setzt der Dichter Kritik und Kunstverstand entgegen. Sein unerschrockener Humor sorgt dafür, dass ein weiteres K nicht zu kurz kommt: Komik.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2004

"Gernhardt kann sich auf sein Handwerk verlassen", stellt Martin Krumbholz nach der Lektüre des Gedichtbandes von Robert Gernhardt fest. Der erste Teil, in dem Gernhardt sich in rund fünfzig Gedichten mit seiner Krebserkrankung beschäftigt, strotzt vor "unerschöpflichem Einfallsreichtum" und vermittelt doch das "Persönlichste": die Erfahrung der eigenen Sterblichkeit. In der "unschuldigen Heiterkeit" des Reims erkennt der Rezensent den Triumph des menschlichen Geistes und des Überlebenswillens. Er verzeiht Gernhardt auch einen bisweilen übertriebenen Aufklärungsdrang. Das gehöre zur Selbstmotivation innerhalb der Therapie und sei damit legitim. Der zweite Teil über den Irak-Krieg kann Krumbholz dagegen nicht hinter dem Ofen hervorlocken, hier arbeite Gernhardt handwerklich versiert sein "politisches Pflichtpensum redlich ab".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.08.2004

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke lässt sich nicht täuschen: Auch wenn Robert Gernhardt seinem Band "Die K-Gedichte" ein Prosastück über die "Kunst als Küchenmeister" anhängt und einige der Gedichte über "Kinderundank" und "Käse" handeln, das eigentliche Thema ist dennoch die "böseste aller Krankheiten" mit dem Anfangsbuchstaben K: Krebs. Daran ist Gernhardt erkrankt, wie Maidt-Zinke weiß. Und daher ist der größte Teil von Gernhardts neuem Buch dem Zyklus "Krankheit als Schangse" vorbehalten, der diese Erkrankung auf humoristische Weise beleuchtet. Dabei zeige sich, wie Rezensentin Maidt-Zinke erstaunt feststellt, keinerlei Widerspruch "zwischen Krebs und Komik". Vielmehr erweise sich Gernhardt als "Meister des komischen Gedichts". Maidt-Zinke lobt, dass es ihm immer wieder gelingt, den "todtraurigen, ja entsetzlichen" Inhalt des Zyklus durch "lichte Momente" aufzuhellen und das Gedicht zum "therapeutisch wirksamen Stoff" zu formen, der zumindest für den Moment "Erleichterung" spendet. Damit habe Gernhardt, so wie einstmals Kästner, seine "Lyrische Hausapotheke" verfasst und eindrucksvoll bewiesen, dass der Buchstabe K nicht nur für Krankheit steht, sondern auch das "Initial jener höheren Komik" sei, die das "Rettende und Heilende" spendet.
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