Seit fünfzig Jahren dichtet Robert Gernhardt. 1954 begann der Gymnasiast im Ton von Trakl und Benn zu reimen, heute ist Robert Gernhardt einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache. Seine Meisterschaft: der elegante Balanceakt zwischen Leichtem und Schwerem, zwischen der Komik des Lebens und dem bitteren Ernst menschlichen Strebens. Er ist ein Virtuose, dessen Reim auf unserer Zeit die Gegenwart aufs Genaueste widerspiegelt. Der Schmuckband in bester Ausstattung führt das ganze Werk des Dichters vor Augen - ein hinreißendes Lesebuch mit Gedichten, von denen viele schon zu Klassikern geworden sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2006
Hocherfreut zeigt sich Thomas Steinfeld über diesen handlichen Band mit Robert Gernhardts gesammelten Gedichten, der fünfzig Jahre und viele hundert kleine bis mittelgroße Werke umfasst. Wie Steinfeld darlegt, ermöglicht der Band einen Blick auf die Entwicklung des Künstlers. Leicht erkenne man, wie aus dem Spielerischen das Virtuose hervortrete und welche poetische Funktion die Beherrschung von Reimen und Versfüßen annehme. Ausführlich widmet sich Steinfeld der Komik von Gernhardts Gedichten und seinem "heiter-absurden Sinn" für das Unangemessene und demonstriert seine Ausführungen mit zahlreichen Gedicht-Zitaten. Er erkennt eine Entwicklung Gernhardts von den unbeschwerten Reimen und Pointen, von Gestalten wie dem Kragenbär, dem Mördermarder und dem echten Herrn Hecht, zur philosophischen Reduktion. Mit den "Lichten Gedichten" (1997) würden die Pointen seltener, hinter denen sich das verzweifelte Selbst auch zuvor stets nur halb verborgen hatte. Wobei er betont: "Gegen das Vergnügen an der Pointe ausspielen lässt sich die Reduktion auf das Existenzielle nicht."
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