Silvia Bovenschen

Lug & Trug & Rat & Streben

Roman
Cover: Lug & Trug & Rat & Streben
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018
ISBN 9783103973556
Gebunden, 208 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ein sonderbares Haus. Die alte Alma schreibt und zetert, ihre Nichte Agnes ist erschöpft, der kleine Max erforscht die Wunderwelt des Dachbodens, in den der große Mr. Odino einzieht. Im Keller tobt Herr von Bärentrost. Max, Alma und Mr. Odino reisen nach Mispelheim. Sie besuchen eine abendliche Gala, ein Panoptikum, einen Mummenschanz - und ihnen blüht ein Flammenwunder.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.05.2018

Jutta Person ist herzlich erfreut über diesen letzten Roman von Silvia Bovenschen. Was die im vergangenen Jahr verstorbene Autorin in dieser Geschichte über eine "hochgradig analytische wie verschrobene" Hausgemeinschaft aus alternden Geisteswissenschaftlern an literarischen Fährten und Zitaten auslegt, genügt, um Person eine Weile zu beschäftigen. Person weiß nicht, was ihr besser gefällt, die Überlegungen zu Tier-Mensch- und Haus-Mensch-Verhältnissen, die der Roman anstellt, oder der von der Autorin inszenierte Höllentrip von Hieronymus-Bosch-Qualität, eine "Schredderversion" von Goethes Walpurgisnacht, so die Rezensentin, in die der Text schließlich führt. Weiters geht es um verschwundene Schriften, um den Tod und den gesellschaftlichen Verfall, erklärt Person, und alles in einem milde spöttischen Ton, der nicht belehrt, wie sie feststellt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2018

Rezensentin Katharina Teutsch fühlt sich bestens unterhalten von Silvia Bovenschens posthum erschienenem Roman "Lug & Trug & Rat & Streben". Die Rezensentin glaubt, in dem nachgelassenen letzten Buch der Autorin einen schelmischen Willen zum Anti-Vermächtnis zu entdecken. Sie fühlt sich in den schrulligen Kosmos von Figuren geworfen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eine eingeschworene Gruppe skurriler Typen, die zusammen in einer Villa wohnen, wird aufgestört, als der frühere Liebhaber der ältesten Bewohnerin unverhofft in die Dachwohnung zieht. Das Potenzial für Kitsch, das ein solcher Plot bietet, nutzt Bovenschen gnadenlos aus, so Teutsch, doch unterlaufe sie jede Sentamentalität ebenso hemmungslos mit den herrlich profanierenden Kommentaren ihrer schrägen Vögel. Nach dem Sinn sollte man nicht fragen, lustig ist der Roman aber in jedem Fall, lobt die Rezensentin.
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