In ihrem neuen Buch bringt Sibylle Berg zusammen, was zusammen gehört: Märchen und Coming-of-age-Roman, Satire und Romanze. Aus der wechselnden Perspektive von Anna und Max berichtet sie von der ganz normalen Pubertätshölle mit Verlassenheitsgefühlen, erstem Verliebtsein und Eifersucht. Warmherzig und skurril, zärtlich und grotesk erzählt sie von der Flucht aus der doppelten Repression durch Eltern und Staat. Ein modernes Märchen für Erwachsene, herzergreifend wie die Geschichte eines David Copperfield, raffiniert wie die Kunstmärchen eines Oscar Wilde, so präzise treffend und schlagartig einleuchtend, wie nur eine echte Berg es sein kann. Illustriert von Rita Ackermann und Andro Wekua.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2006
Sibylle Berg, die sonst mehr für missmutige und boshafte Alltagsbetrachtungen zu haben ist, erzählt diesmal ein "Märchen für alle", inklusive Happy End, berichtet Sandra Kerschbaumer offenbar erleichtert. Bergs Roman handelt von den vernachlässigten und unglücklichen Kindern Anna und Max, die über die Zonengrenze ins Land der glitzernden Städte fliehen, teilt die Rezensentin mit. Davon lassen, von den düsteren Seiten des Lebens zu erzählen, könne die Autorin somit auch hier nicht, meint sie. Wenn sich die Autorin bemühe, die Geschichte aus der Perspektive und in der Sprache der Kinder zu erzählen, wirke sie zwar nicht recht glaubwürdig, merkt Kerschbaumer an. Doch angesichts des Optimismus, den Berg in diesem Buch inszeniert, mag sie ihr dies auch nicht weiter verübeln.
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