Aus dem Amerikanischen von Anette Gruber und Dirk van Gunsteren. Wenn bei T.C. Boyle von "Good Home" die Rede ist, muss man auf alles gefasst sein: Ein Witwer legt sich eine Schlange zu, aber die Ratten, mit denen er sie füttern will, wachsen ihm so sehr ans Herz, dass er Dreizehnhundert von ihnen beherbergt. Eine Zwölfjährige soll vor Gericht gegen ihren alkoholkranken Vater aussagen; und plötzlich gibt es viele Wahrheiten. Eine betörende Frau lässt sich auf den Hundemann ein - kurz zuvor hatte sie ihm ihre Kätzchen anvertraut, doch was er mit denen vorhat, kann sie nicht ahnen. Boyle erkundet in seinen neuen Erzählungen, die dieser Band versammelt, die dunkle Seite der amerikanischen Seele.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2018
Irene Binal begnet einem gereiften T. C. Boyle in diesen Erzählungen aus den letzten 15 Jahren. Wieder einmal geht es um den Einbruch des Unerwarteten in den Alltag der Figuren und um den Gegensatz zwischen Natur und Zivilisation. Nur dass der Autor jetzt eine elegantere, reichhaltigere Prosa mit reifem Rhythmus schreibt, wie Binal feststellt. Wie er mit wenigen Worten eindringliche Bilder schafft und in Metaphern Stimmungen einfängt, findet sie erstaunlich. Jede Geschichte hat einen eigenen Kosmos, erklärt sie, und Boyle betrachtet ihn mal komisch-bizarr, mal ernst, mal grausam.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.02.2018
Meike Feßmann ist absolut begeistert von diesen im Original bereits 2013 erschienenen Erzählungen von T. C. Boyle. Der Autor ist für sie ein Könner im Mischen von Tonfällen und Erwecken unterschiedlicher Gefühle beim Leser auf engstem Raum. Boyles widerständige, verschrobene Helden in der vom Autor immer rätselhaft gezeichneten, mit Natur durchwirkten Zivilisation sieht Feßmann zwar ein ums andere Mal gegen die Wand laufen, dennoch wirkt der Autor nie grob auf sie, sondern menschenfreundlich.
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