Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke. Mandschurei 1937: In den Wirren der japanischen Invasion widersetzt sich eine junge aristokratische Chinesin dem traditionellen Weg, der ihr von der Familie vorgegeben ist, und schließt sich einer Gruppe chinesischer Rebellen an. Während sie auf ihren großen Einsatz wartet, perfektioniert das junge Mädchen ihre Fähigkeit zu Konzentration und Kalkül beim täglichen Go-Spiel. Bis sich ein als Mandarin verkleideter japanischer Leutnant - ein Spion - unter die Go-Spieler mischt und mit ihr ein leidenschaftliches, besessenes Duell aufnimmt - in das sich beide über Wochen und Monate immer tiefer verstricken. Ein Duell, das in einer Tragödie gipfelt, wie sie nur auf eine große Liebe folgen kann.
Ihre ersten Gedichten veröffentlichte Shan Sa mit elf Jahren, mit fünfzehn war sie bereits Mitglied des chinesischen Schriftstellerverbandes, mit siebzehn Jahren (1989) emigrierte sie nach Frankreich und weitere zehn Jahre später schreibt sie in Französisch mit "präziser Makellosigkeit", erzählt Rezensentin Susanne Meyer. Wir haben es also mit einem rechten Wunderkind zu tun. Und doch lässt Shan Sas neuer Roman "Die Go-Spielerin" unsere Rezensentin ratlos. Erzählt wird die Geschichte eines chinesischen Mädchens aus bestem mandschurischem Hause und eines japanischen Soldaten aus ehrwürdiger Samurai-Familie, deren Lebenskurven sich über Tausende von Kilometern aufeinander zu bewegen, um vor einem Spielbrett ineinander zu kollabieren, wie Mayer zusammenfasst. Angereichert werde die Erzählung durch jede Menge schöner Sätze, kühl inszenierte Leidenschaft, auch eine gute Prise Erotik, wie die Rezensentin zugesteht. Nur ist ihr überhaupt nicht klar geworden, was Shan Sa eigentlich will, "außer dass wir zu ihr aufschauen und sie bewundern, mit welcher Akrobatik sie die Steine setzt".
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