Aus dem Französischen von Enrico Heinemann und Reinhard Tiffert. 16. August 1519: Hernán Cortés, begleitet von wenigen Hundert Soldaten, beginnt seinen Marsch nach Tenochtitlan, der Hauptstadt der Azteken. In der Folge gelingt es ihm in kürzester Zeit, das Reich Moctezumas zu erobern. 23. Januar 1520: Eine portugiesische Expedition, geleitet von Tomé Pires, bricht nach Nanking auf, um dort den chinesischen Kaiser Zhengde zu treffen. Ziel dieser Delegation ist es, das "Reich der Mitte" unter Kontrolle zu bringen - das akribisch vorbereitete Unternehmen scheitert jedoch kläglich und gerät rasch in Vergessenheit. Serge Gruzinski schildert diese beiden Episoden der beginnenden europäischen Expansion, die zwar fast zeitgleich, jedoch höchst unterschiedlich erfolgreich verliefen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.09.2014
Globalisierung beginnt schon früher als mit Hernán Cortés in Mexiko und Tomé Pires in China, meint Michael Kempe zwar, Serge Gruzinskis Buch aber scheint dem Rezensenten dennoch eine spannende Doppelerzählung zu sein, die hilft eine spezifische Phase weltweiter Eroberungszüge zu verstehen, eine, da Europa dominiert nämlich. Wie der Autor dazu die beiden Erzählungen zu einem einzigen Narrativ verschmelzt, indem er zwischen beiden Ereignissen hin- und herspringt und auch die Perspektiven der Eroberten einbezieht, findet Kempe fesselnd, wenngleich er dafür auch Wiederholungen und kleine Unverständlichkeiten in Kauf nehmen muss.
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