Serge Bile

Das schwarze Blut meiner Brüder

Vergessene Opfer des Nationalsozialismus
Cover: Das schwarze Blut meiner Brüder
Claassen Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783546003964
Kartoniert, 159 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge. Als Hitler an die Macht kam, hatte die Fremdenfeindlichkeit bereits ihren festen Platz in der deutschen Gesellschaft. Der Niederlage im Ersten Weltkrieg, herbeigeführt durch eine Armee, die größtenteils aus afrikanischen Soldaten bestand, folgte die "schwarze Schmach", die Besetzung des Rheinlands durch eben diese kolonialen Truppen. Mit der Machtübernahme Hitlers wurden allen Schwarzen Deutschen die Bürgerrechte entzogen. Schon bald wurde das Leben für mehr als fünftausend Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe zur Hölle. Die wichtigste rassenpolitische Grundlage für die Entrechtungen, Zwangssterilisationen und Ermordungen Schwarzer Zivilisten, Soldaten und Widerstandskämpfer in der NS-Zeit wurde allerdings viel früher, nämlich schon in der deutschen Kolonialzeit, gelegt. Auch der Begriff "Konzentrationslager" tauchte damals zum ersten Mal auf.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.03.2006

"Harte Schicksale, himmelschreiendes Unrecht und grenzenlose Gemeinheit" hat Rudolf Walther in diesem Buch erlebt, mit dem der Journalist Serge Bile an die schwarzen Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Wieviele Afrikaner oder schwarze Deutsche der Vernichtungspolitik des NS-Regimes anheimfielen, ist nicht bekannt, doch es traf Schwarze mit französischen Pass ebenso wie mit deutschem, die Kinder von farbigen Besatzungssoldaten aus dem Rheinland ebenso wie in Berlin lehrende Wissenschaftler. Nach einem einleitenden Kapitel über die Verfolgung von Schwarzen seit Beginn des Kolonialismus widmet sich Blie vor allem Einzelschicksalen wie dem aus Tansania stammenden Mohamed Bayume Husen, der als ehemaliges Mitglied der Kolonialarmee und späterer Suaheli-Dozent in Sachsenhausen umgebracht wurde. Eine Ungenauigkeiten sind Walther aufgefallen, doch will er sie dem Buch nicht negativ ankreiden.
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