Selma Lagerlöf

Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden

Roman
Cover: Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden
Die Andere Bibliothek, Berlin 2014
ISBN 9783847703594
Gebunden, 600 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Thomas Steinfeld. "Es war einmal ein Junge. Er war vielleicht vierzehn Jahre alt, lang und schlaksig, mit weißblondem Haar. Viel taugte er nicht: Am liebsten schlief oder aß er, und am zweitliebsten trieb er Unfug." Die Geschichte von Nils Holgersson, wer hat sie nicht gelesen oder in den Verfilmungen gesehen? Verwandelt in einen Wichtel, wird der junge Taugenichts auf dem Rücken des weißen Gänserich Martin zusammen mit den grauen Wildgänsen ganz Schweden erkunden bis in den Norden Lapplands.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 27.12.2014

An Selma Lagerlöfs Klassiker in neuem Gewand gefällt Klaus Böldl vor allem die "glänzende" Neuübersetzung durch Thomas Steinfeld, da sie den Originaltext erstmals in seiner Gänze überliefert, wie Böldl weiß. Und siehe da: Lagerlöf hat mitnichten ein reines Kinderbuch geschrieben, findet Böldl. Als Ganzes nämlich entpuppt sich das Buch mit seinen 650 Seiten vor den Augen des Rezensenten als poetische, sinnlich erfassbare Vermessung Schwedens aus der Vogelperspektive, seiner Naturräume und Mythen, der bedrohlichen Industrie durchaus auch, der Hochöfen, Fabriken und Eisenbahnen, wie Böldl feststellt (von wegen Idyll!). So unsentimental und realistisch, wie die Ausgabe Nils und seine Freunde und das Land Schweden zeigt, hatte man sich Lagerlöfs Geschichte gar nicht vorgestellt, meint der Rezensent, bis jetzt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.12.2014

Was für ein Buch, staunt Rezensent Hans von Trotha, der Selma Lagerlöffs Jugendbuchklassiker "Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden" mit der neuen Übersetzung und dem Nachwort von Thomas Steinfeld praktisch neu entdeckt hat. Schweden beschrieben von oben, aus der Flugperspektive, Zooms als Erzähltechnik, Einführung in einen ökologisch geprägten, naturverbundenen Nationalismus - dieses Buch war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung 1905 absolut auf der Höhe der Zeit, lernt der Rezensent mit Blick auf die erste Tour de France und den ersten Flug der Brüder Wright zwei Jahre zuvor. Und am Ende ein Ausblick auf eine glückliche Zukunft. "So müssen Jugendbücher enden", lobt der Rezensent. Auch wenn es im Leben meist anders geht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014

Rezensent Tilman Spreckelsen ist begeistert wie ein Kind von Thomas Steinfelds Neuübertragung, vollständig erstmals, wie wir lernen, von Selma Lagerlöfs Kindergeschichte. Frisch und zeitlos und zupackend erzählt erscheint sie dem Rezensenten, weil der Übersetzer hier, anders, als seine Vorgängerin, nichts hinzufügt, was im schwedischen Original nicht drinsteht. Schweden von oben und die Welt der Tiere auf Augenhöhe - wo gibt es das sonst, scheint Spreckelsen zu sagen. Dass der Text auch eine Heiligengeschichte ist, die ohne pädagogische Absicht daherkommt und ohne Schwarzweißmalerei, macht das Buch für den Rezensenten des Nobelpreises würdig.
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