Jostein Gaarder

Maya oder Das Wunder des Lebens

Roman
Cover: Maya oder Das Wunder des Lebens
Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN 9783446198982
Gebunden, 429 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. "Irgendwo habe ich dieses Mädchen schon einmal gesehen", denkt sich Frank Andersen, als er Ana kennen lernt. Doch erst bei einem Besuch im Prado vor Goyas "Maya" geht ihm ein Licht auf. Anas Gesicht sieht genauso aus, wie das der Maya, doch das Bild ist 200 Jahre alt. Eine Laune der Natur? Oder ist es möglich, dass nicht nur eine Wirklichkeit, nicht nur eine Zeit, nicht nur ein Universum existieren? In seinem neuen Roman erzählt der Bestsellerautor Jostein Gaarder eine spannende Geschichte von der Liebe, dem Wunder des Lebens und der Macht der Fantasie.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.12.2000

"Ab untern Baum!" titelt Jörg Albrecht seine Rezension und zeigt damit seine ambivalente Haltung diesem Buch gegenüber, das ihm zufolge "in keine Kategorie" passt. Inhalt: Der Biologe Frank schlägt sich zur Jahrtausendwende mit anderen "Gästen" auf der Insel Taveuni mit "haarigen" evolutionstheoretischen Fragen herum, wie z.B. "Gibt es Wirkungen, deren Ursache später eintritt als sie selbst?" Für ein Jugendbuch - im Gegensatz zu "Sofies Welt" - also "zu hochgestochen". Dafür besteht die Hälfte des Buches aus einem langen Brief, den Frank an seine Exfrau schreibt. Für einen Liebesroman allerdings "zu konstruiert." Es gibt auch eine Krimihandlung, doch für einen echten Krimi ist "Maya" "zu metaphysisch" . Zugegeben: Jörg Albrecht mäkelt am Buch herum. Er hält es zwar für spannend, aber das neue Buch von Grisham sei genauso spannend und vielleicht sogar niveauvoller. Gaarder sei durchaus "auf der Höhe der wissenschaftlichen Diskussion", aber sein Versuch, "Darwin und Planck mit den Mitteln des Romans zu überwinden" sei "schwierig". Und genau dieser Schwierigkeitsgrad qualifiziert das Buch laut Albrecht für einen ganz bestimmten Platz: den Platz unterm Weihnachtsbaum.