Klappentext

Englisch, Französisch, Deutsch. Nachdem man 1979 in einem der Flüsse der Gegend Gold entdeckt hatte, weckte die Serra Pelada Sehnsüchte nach dem legendären Goldland El Dorado. Ein Jahrzehnt lang war sie die weltgrößte Freiluftgoldmine, in der unter unmenschlichen Bedingungen rund 50.000 Goldgräber arbeiteten. Heute ist Brasiliens Goldrausch nur noch Stoff für Legenden, am Leben erhalten durch wenige glückliche und viele schmerzliche Erinnerungen - und die Fotografien von Sebastião Salgado.Im September 1986 erhielt Salgado endlich die Genehmigung, Serra Pelada zu besuchen - sechs Jahre lang hatten ihm brasilianische Militärbehörden den Zugang verweigert. Auf das außergewöhnliche Schauspiel, das ihn auf dieser abgelegenen Bergkuppe am Rande des Amazonas-Regenwalds erwartete, war er allerdings nicht gefasst. Vor seinen Augen tat sich ein gewaltiges Loch auf, mit einem Durchmesser von rund 200 Metern und ebenso tief, in dem Zehntausende notdürftig bekleidete Männer wie Ameisen schufteten. Die Hälfte von ihnen schleppte bis zu 40 Kilo schwere Säcke über hölzerne Leitern nach oben, die anderen sprangen an schlammigen Böschungen hinunter in den höhlenartigen Schlund, Körper und Gesichter ockerfarben von der eisenerzhaltigen Erde, die sie ausgeschachtet hatten. Als Salgado diese Aufnahmen machte, dominierten Farbfotos die Hochglanzseiten der Magazine. Schwarz-Weiß war ein gewagtes Unterfangen, doch seine Fotostrecke zur Goldmine der Serra Pelada führte zur Rückbesinnung auf die monochrome Fotografie. Dieses Buch enthält das vollständige Serra-Pelada-Portfolio in großformatigen Reproduktionen und Museumsqualität, ein Vorwort des Fotografen, sowie einen Essay von Alan Riding.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2019

Dem Rezensenten Arno Widmann haben die Schwarz-Weiß-Bilder von Sebastiao Salgado bewiesen, dass ein Bild eben nicht mehr als tausend Worte sagt: Auf das ergreifende Vorwort des Fotografen hätte er nicht verzichten wollen, denn die Aufnahmen von Goldschürfern bei der Arbeit im brasilianischen Serra Pelada werden seiner Meinung nach umso eindrucksvoller, wenn man den Wahnsinn hinter dem Goldrausch und die komplexen Strukturen, die aus ihm entstehen, kennt. Dann haben die Fotos den Kritiker aber umso mehr berührt. Seine Bilder dokumentieren Momente einer ungeheuerlichen Bewegung und zeigen uns dabei dann doch mehr, nämlich den Menschen selbst, schließt Widmann beeindruckt.