Vom Klimaschutz über die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne bis zum Recht auf die eigenen Daten: Wir erleben gegenwärtig ein Comeback von Eigentumsdebatten. Der Band bietet erstmals eine umfassende Einführung in diese hochaktuellen Streitfragen. Welche Folgen hat die Finanzialisierung für geistiges Eigentum und das Eigentum an Wohnraum? Welche Gründe sprechen für Gemeineigentum? Sind Erbschaften von der Eigentumsidee gedeckt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2025
Einen wichtigen Beitrag zur Analyse von Eigentum in der Gegenwart leistet dieser Sammelband laut der hier rezensierende Rechtswissenschaftler Florian Meinel, der im Detail allerdings durchaus Einwände vorbringt. Herausgegeben haben ihn Niklas Angebauer, Jacob Blumenfeld und Tilo Wesche, sein institutioneller Ursprung ist ein universitärer Sonderforschungsbereich. Das wissenschaftliche Niveau der Beiträge ist hoch, stellt Meinel klar, thematisch geht es unter anderem um den deutschen Wohnungsmarkt, um postkoloniale Aspekte des Themas und um den Klimawandel. Insgesamt unternimmt der Band, so Meinel, den Versuch, zu den Ursprüngen des modernen Eigentumsbegriffs zurückzukehren und ihn mit Autoren wie Hefel und Rousseau wieder stärker als ein soziales Verhältnis zu fassen: "als gegenseitige Anerkennung unter gleichen". Das leuchtet Meinel ein, er vermisst allerdings nicht nur ein Register, sondern auch inhaltlich das eine oder andere Thema, wie insbesondere die Steuerpolitik. Die von einem Beitrag favorisierten Genossenschaftsmodelle etwas können laut Rezensent höchstens kosmetische Änderungen bewirken, wichtiger wäre eine Reform der Grundsteuer, um der wachsenden Ungleichheit insbesondere auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken, ergänzt er. So oder so, eine Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Eigentums ist dringend nötig, glaubt Meinel, und der vorliegende Band hat deshalb große Verdienste.
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