Schon bald nach dem Untergang des "Dritten Reichs" hatten es die Kirchen in der DDR erneut mit einem Regime zu tun, das sie gleichschalten und marginalisieren wollte. Andreas Stegmann beschreibt anschaulich und quellennah, wie die Kirchen die ersten Jahre der Konfrontation überstanden, sich seit dem Mauerbau als "Kirche im Sozialismus" mit dem Staat arrangierten und im letzten Jahrzehnt mit der Devise "Schwerter zu Pflugscharen" zur Avantgarde der DDR-Friedens- und Umweltbewegung und zum Schutzraum der Opposition wurden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2021
Rezensent Cord Aschenbrenner liest das Buch des Kirchenhistorikers Andreas Stegmann mit Interesse. Dass es sich bei der Beziehung zwischen SED und Landeskirchen bis zuletzt um ein konfrontatives Verhältnis handelte, weil die SED keine Macht neben sich duldete, erläutert ihm der Autor eindrücklich und eingängig. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Staat und Kirche in der DDR erscheint laut Aschenbrenner im Buch allerdings durchaus als Geschichte eines Konflikts und seiner "Einhegung", wobei die katholische Kirche viel weniger öffentlich präsent war als die evangelische, wie der Rezensent erfährt.
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