Sandra Hoffmann

Schwimmen gegen blond

Eine Erzählung in zweiundfünfzig Tagen
Cover: Schwimmen gegen blond
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406486982
Gebunden, 96 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Liebe ich ihn, liebe ich ihn nicht, liebe ich ihn...? Diese Frage stellt sich die Ich-Erzählerin in ihren Tagebuch häufiger, genau ein Jahr lang. Aber Max, der Geliebte, macht sich zeitweise rar und nimmt es mit der Treue nicht so genau. Dann ist da die Affäre der Erzählerin mit dem Blonden, der sportlich und braungebrannt ist und von Max nichts weiß, der gute Freund Lieberlein, der gegenwärtig nur als lieberlein@hotmail.com existiert, weil er in Israel ist und dort studiert. Auch als sie und Max in Frankreich Urlaub machen, bleibt die Unentschiedenheit. Mit Max, ohne Max, mit ohne Max. Aber eigentlich hat sich die Erzählerin doch entschieden...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2002

Angenehm überrascht ist der Rezensent Michael Schmitt von dieser Beschreibung der Wirrnisse einer jungen Frau, die sich nicht für und nicht gegen ihren Freund entscheiden kann (und will) und diesen Zustand über ein Jahr lang mit wöchentlichen Tagebucheintragungen dokumentiert. Zunächst hatte Schmitt Sorgen, dass "die artifizielle Erzählstruktur", "der fast mechanisch streng gewahrte Tagebuchduktus" der Erzählung mehr schadet als nützt, doch diese Befürchtung bestätigt sich nicht. Beim Lesen entsteht "ein eigenartiger Sog", gesteht der Rezensent, der diese "Miniaturen der Traurigkeit, eindringlich und komisch zugleich" findet. Dabei halte die Erzählerin eine wohltuende Distanz zu sich selbst. Erst am Ende, an dem Punkt, auf den der kurze Roman dramaturgisch hinarbeitet, kommen "so etwas wie echte Gefühle" zum Vorschein. Damit hält die Autorin eine angenehme Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Ironie, vor dem Hintergrund, den Schmitt als eigentliches Leitmotiv ihrer Erzählung ausmacht: "Eigentlich geht es von Beginn an nur darum, ob sie überhaupt irgendwem - etwa auch sich selbst - nahe stehen kann und will."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2002

"In ihrem ersten, schmalen Buch schafft Sandra Hoffmann eine poetische Atmosphäre, die in ihren besten Momenten an die Filme von Eric Rohmer und Alain Resnais erinnert", schwärmt der Rezensent mit dem Kürzel "krt". Erzählt wird eigentlich eine "ziemlich normale Geschichte" über Liebe, Eifersucht, Freiheit, Sehnsucht und die wohlbekannten "weichen Knie", die "krt" vor allem wegen ihrer "feinen Sprache", ihrem "impressionistischen Gestus" und ihrem gleichermaßen "naiven" wie "bösen Märchenton" fasziniert. Das, was die Autorin hier in Form eines Tagebuchs festhält, die Liebe der Protagonistin Rosa zu dem "launischen" Max, ihre Schwärmerei für einen "braun gebrannten Blonden" und ihre Freundschaft zu einem Sanitäter in Israel, lässt selbst Durchgemachtes wiederaufleben, verspricht der Rezensent. Und wer lasse nicht gern mal wieder Träume wachwerden, seufzt "krt".
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