Samanta Schweblin

Die Wahrheit über die Zukunft

Erzählungen
Cover: Die Wahrheit über die Zukunft
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783518421420
Gebunden, 133 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Ein kurzer, spitzer Schrei, dann das Rauschen des Wasserhahns. Sosehr sich der Vater der jungen Sara auch bemüht wegzuhören, Saras grausiges Essensritual läßt sich nicht leugnen: Seine Tochter verspeist lebendige Vögel. Nur so, scheint es, bewahrt sie sich einen rosigen Teint und glänzende Augen. Wovor es sie noch bewahrt, kann man erst nach und nach erahnen... Verstörende Momente bilden den Kern von Samanta Schweblins zupackenden Erzählungen. Wo die Grenzen zwischen Realem und Phantastischem verschwinden, taucht der Leser ein in eine aberwitzige Welt, die traumartig überscharf die unsere spiegelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2010

Rezensent Alexander Müller hat sich mit Samantha Schweblins Kurzgeschichten "Die Wahrheit über die Zukunft" in die Tiefen des Unbewussten begeben und ebenso schauderhafte wie "verstörende" Entdeckungen gemacht. Da begegnet ihm in der Erzählung "Der Mund voller Vögel" zum Beispiel ein kleines Mädchen, das Vögel bei lebendigem Leib verzehrt, um eine rötliche Hautfarbe zu bekommen. An anderer Stelle taucht ein Künstler auf, der zwecks Inspiration "den Kopf eines Mitmenschen auf den Asphalt schlägt". In  unaufgeregtem Ton schildere Schweblin das Gewaltsame, so dass es sich kaum merkbar einen Weg an die Oberfläche der Realität bahne. "Bewundernswert" findet der Kritiker die Kunst der Autorin, bei aller Begeisterung für das Grauenhafte in ihren "anspruchsvollen" Erzählungen psychologisch glaubwürdige Charaktere zu erschaffen. Vollkommen zurecht werde die argentinische Autorin mit Vorbildern wie Adolfo Bioy Casares verglichen, meint der faszinierte Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.03.2010

Eberhard Falcke ist nur froh, dass das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse Argentinien ist, denn nur dadurch kämen deutschsprachige Leser nun in den ganz außerordentlichen Genuss der Erzählungen von Samanta Schweblin. Die 1978 geborene Autorin gründet ihren Erfolg in Argentinien ausschließlich auf ihren Kurzgeschichten, deren zweiter Band nun erweitert um eine zusätzliche Erzählung auf Deutsch vorliegt, freut sich der Rezensent. Manches erinnert Falcke zwar durchaus an die Schauerromantik, aber Schweblin dosiert ihre Geschichten so genau, ohne zuviel zu verraten, dass das Kippen ins Unheimliche, Ungewöhnliche viel subtiler geschieht, wie der Rezensent anerkennend feststellt. Stilistisch brillant und sprachlich originell nennt er die Geschichte geschrieben, deren beunruhigende Plots die Autorin aber nicht in "fantastischen Spukwelten" findet, sondern in der argentinischen Alltagswelt, erklärt Falcke noch, der dem Band ein "beträchtliches literarisches Gewicht" attestiert.
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