Aus dem Englischen von Heike Geißler, Sylvia Geist, Björn Kuhligk, Monika Rinck und Ulf Stolterfoht. Ob in Damaskus oder in Berlin, egal in welcher Sprache - Schreiben ist für Sam Zamrik immer schon überlebenswichtig gewesen. Davon zeugt dieser Band, mit dem sich ein Lyriker vorstellt, der durch viele Höllen geschritten ist und fast alles verloren hat, bis hin zur eigenen Identität: "Ich bin nicht". Doch den Verlusten steht ein unantastbarer Reichtum gegenüber: eine Sprache in vielen Tonlagen, von Hohelied-Feierlichkeit bis zu Heavy-Metal-Härte. In mal barocken, mal lakonischen Bildern findet Zamrik Ausdruck für Krieg und Flucht, für Heimatlosigkeit und Einsamkeit, das Nichtvorkommen und Nichtgesehenwerden. Dabei verwandelt er das "Ich bin nicht" in ein weithin hörbares "Ich bin".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.11.2022
Rezensent Björn Hayer spürt einen Hauch von Freiheit in den von Sylvia Geist, Monika Rinck u.a. übertragenen Versen des aus Syrien stammenden Sam Zamrik. Die in Zamriks zweisprachigem Debütband versammelten Texte über Erfahrungen von Flucht und deutscher Bürokratie, die sich laut Hayer keiner Strömung zuordnen lassen und sich "selbstbewusst nirgendwo anschmiegt", überzeugen den Rezensenten mit Lakonie und "generöser" Bildlichkeit. Dem Leser bieten die Gedichte u.a. die Erkenntnis, dass Identität für den Entwurzelten nichts Statisches ist, erklärt Hayer. Typografisch vermittelt der Band das laut Hayer mit Zickzack-Mustern.
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