Klappentext

Aus dem Niederländischen von Monica Barendrecht u. Thomas Charpey. Die publizistische Flutwelle in Sachen Klimawandel schürt die Angst, die Erde leide an Krebs im letzten Stadium. Eine andere und neue Sicht der Dinge - jenseits aller Hysterie - bietet Salomon Kroonenberg. Seine These: Der menschliche Maßstab greift in jeder Hinsicht zu kurz und krankt zudem an chronischer Selbstüberschätzung. Wer eine brauchbare ?'Diagnose' erstellen will, der muss im logarithmischen Maß der Natur denken: 10.000 Jahre voraus. Warum sollten wir das tun? Erstens, weil einige Trends, die sich heute scheinbar nur in eine Richtung entwickeln, wie die Erwärmung des Klimas, dann ihre Richtung geändert haben dürften: auf dem Weg zur nächsten Eiszeit. Zweitens sollten wir weit vorausschauen, um tiefere Einsichten in die Entstehung von Naturkatastrophen zu gewinnen. Denn je spektakulärer ein Ereignis, desto seltener ist es.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2008

Rezensent Christian Jostmann begrüßt dieses Buch des Geologen Salomon Kroonenberg, das in den Niederlanden die Debatte um den Klimawandel ordentlich aufgemischt hat. Deutlich wird für ihn, dass die Zeiträume, in denen wir denken, viel zu kurz sind, um die natürlichen Prozesse wirklich zu verstehen. Er hebt insbesondere Kroonenbergs Kritik hervor, die meisten Prognosen basierten nur auf aktuellen Trends. Demgegenüber betone der Autor: langfristig sei stets mit einer Trendumkehr zu rechnen, das gelte auch für das globale Klima. Oder wie es Jostmann auf den Punkt bringt: "Die nächste Eiszeit kommt bestimmt". Er lobt Kroonenbergs Buch als überaus kundig und mit Esprit geschrieben. Allerdings findet er darin durchaus auch "Effekthascherei" und "polemisch-einseitige Aussagen". Nichtsdestoweniger schätzt er das Werk als gutes Gegenmittel gegen die grassierende "Klima-Apokalyptik". Ganz nebenbei ist das Buch für ihn auch noch eine "unterhaltsame Erzählung über die Passion der Geologie".
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