Marcia Bjornerud

Zeitbewusstheit

Geologisches Denken und wie es helfen könnte, die Welt zu retten
Cover: Zeitbewusstheit
Matthes und Seitz, Berlin 2020
ISBN 9783957579232
Gebunden, 245 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Den Zeitraum von neun Tagen, den ein Tropfen Wasser durchschnittlich in der Atmosphäre verbleibt, können wir leicht nachvollziehen. Aber die Hunderte von Jahren, die sich ein Molekül Kohlendioxid, das den Klimawandel antreibt, darin erhält, überschreiten die Grenzen unserer Vorstellung. Doch gerade die Prozesse, die weit vor uns lagen, prägen unsere Gegenwart, und unser heutiges Verhalten wird noch über Generationen hinweg gravierende Folgen für den Zustand der Erde haben. In "Zeitbewusstheit" zeigt Marcia Bjornerud eindrucksvoll, wie die Geologie als Biografin unseres Heimatplaneten anhand der Messungen von Erosion und Gebirgsbildung, aber auch von Ozean- und Atmosphärenveränderungen ein Verständnis für die Tiefenzeit und den Rhythmus der Erde bereithält, das wir in unserer Epoche der Beschleunigung dringend brauchen, wenn wir Lösungen für die drohende Umweltkatastrophe finden wollen. Die Lebensdauer der Erde mag im Vergleich zu der eines Menschen ewig erscheinen, doch zur Sicherung des Überlebens beider bleibt uns in Wirklichkeit nur wenig Zeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2020

Rezensent Alex Rühle taucht dankbar und verändert auf aus dem Buch der Geologin Marcia Bjornerud. Die Autorin vermittelt ihm ein Gefühl für die Langsamkeit geologischer Prozesse einerseits, für das Tempo, mit dem der Mensch diese Prozesse null und nichtig macht andererseits. Bjorneruds Reise zur Geburtstunde der Geologie, durch Superkontinente und Eiszeiten, Aussterbephasen und Verwandlungen wirkt auf Rühle zwar mitunter fast poetisch, doch macht sie ihm vor allem auch deutlich, was wir zu verlieren haben. Mit einem besseren Begriff von Räumen und Zeiten und von der Bedeutung klarer Wissenschaft beendet Rühle die Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2020

Rezensent Ulf von Rauchhaupt findet Geologie sexy, seit Marcia Bjornerud ihr Buch geschrieben hat. Wie die Autorin in wenigen, stilistisch brillanten Sätzen ganze erdgeschichtliche Epochen vor den Leser hinstellt und für ihr Fach wirbt (und es auch mal kritisiert), nicht zum Selbstzweck, sondern weil das geologische Zeitverständnis, wie sie glaubt, helfen könnte, unseren Umgang mit der Natur in vernünftigere Bahnen zu lenken, das scheint Rauchhaupt aller Aufmerksamkeit wert. Populäre Sachbücher wie dieses, das mit Bildung und Verständnis für Laiengehirne punktet und ohne Fachjargon und Naturlyrik auskommt, sollte es mehr geben, meint der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2020

Rezensentin Anna Gielas schärft ihr Zeitbewusstsein mit Marcia Bjorneruds Buch. Wie die Zeit in Erde und Wasser des Planeten steckt, in der Geologie, in Steinen und Meeren, vermittelt die Autorin laut Gielas auf wissenschaftshistorische Weise, unter Zuhilfenahme von "materiellen Besonderheiten", Kontinentaldrift und Vulkanerruptionen. Tsunamis werden erläutert und das Zusammenspiel von Zeit und Kraft, so Gielas. Und mehr noch, meint die Rezensentin: Für den Leser werden das Klima und seine Veränderungen nachvollziehbar.

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