Sabine Hark

Dissidente Partizipation

Eine Diskursgeschichte des Feminismus
Cover: Dissidente Partizipation
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783518293539
Broschiert, 457 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Dissidente Partizipation verfolgt den Kurs, den der akademisch gewordene Feminismus seit seiner Entstehung in den frühen 1970er Jahren genommen hat. An den Schnittstellen von Wissenschaftssoziologie, Hochschulforschung, wissenssoziologischer Diskursanalyse und feministischer Theorie fragt das Buch ebenso nach dem "feminist turn" in der Wissenschaft wie nach dem "academic turn" im Feminismus. Dabei geht es insbesondere um die widersprüchlich verlaufenden Prozesse der akademischen Verdichtung und Verstetigung von feministischem Wissen und dessen Produktion im Kontext der mächtigen Mikrostrukturen der Normalwissenschaft sowie der gegenwärtigen Transformationen von Universität und Wissenschaft. Angeleitet sind diese Analysen von der These, daß Teilhabe die prekäre Voraussetzung für Veränderung ist. Diese Bedingung der Möglichkeit feministischen wissenschaftlichen Wissens zeitigt eine Reihe von intellektuellen und institutionellen Aporien, an denen sich die Praxis dissidenter Partizipation entscheidet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.08.2006

Für gestandene Frauenrechtlerinnen scheint dieses Buch kein ganz perfektes Geschenk zu sein. Hilal Sezgin jedenfalls berichtet nicht nur von der in diesem Buch der Politikwissenschaftlerin Sabine Hark verhandelten Unterscheidung von Feminismus und der "harmloseren" Genderforschung, sie weist auch auf die Aporie eines sich im akademischen Bereich etablierenden Feminismus hin, in dessen Wirkungskreis sie das Buch ansiedelt. Die Frage, wer hier wen beeinflusst und verändert hat, findet Sezgin hinreichend gerade dadurch beantwortet, dass die Autorin sich nicht auf eine Vereinfachung der Sachlage einlässt. Durch die von Hark bemühten Statistiken, die den Erfolg des akademischen Feminismus relativieren, will sich Sezgin nicht beirren lassen und setzt lieber auf die "verschiedenen Blickwinkel", die die Autorin anbietet, den Einbezug entscheidender strategischer und sozialer Faktoren und den dargebotenen Materialreichtum aus weltweit geführten feministischen Debatten. Richtig genervt ist die Rezensentin mitunter von der auch durch die beharrlich verfolgte poststrukturalistische Methode des Buches befeuerte Häufung von offen gelassenen Fragen. Doch liege das eben auch in der Natur der komplexen Sache.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2006

Milos Vec ist enttäuscht: Diese Habilitationsschrift verfehlt ihr Ziel. Was ihm thematisch durchaus spannend erscheint (Feminismus als Diskurs- und Universitätsgeschichte), brandmarkt bereits der zweite Absatz seiner Besprechung als misslungen durch "langweilige Selbstbehauptungsansprüche" und "wissenschaftliche Distanzlosigkeit". Die Quellen-Rekonstruktion findet Vec fast ohne Reiz, auch weil ihm die Fragestellungen und Ansätze der Autorin Sabine Hark wenig originell und vage und die Ergebnisse für einen Beitrag zur Wissenschaftssoziologie zu dürftig erscheinen. Und in den "wissenschaftspolitischen Wir-Ton", den die Autorin anschlägt, indem sie etwa ihre eigene Forschung kurzerhand in der Diskursgeschichte unterbringt, möchte der Rezensent auch nicht einstimmen. Weniger von Überzeugungen zu erfahren und mehr über Methoden, das hätte Vec sich gewünscht.
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