Die Idee des internationalen Verbrechens entstand gemeinsam mit der Konzeption internationaler kriminalpolizeilicher Kooperation. Der neue Typus des mobilen Berufsverbrechers entpuppt sich dabei vor allem als eine idealtypische Figur, die von Strafverfolgungsexperten entworfen wurde. Diese Figur und ihre jahrzehntelange Präsenz im Diskurs über Verbrechen und Sicherheit war für die Kriminalpolitik des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung und führte 1923 auch zur Gründung von Interpol.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2007
Als Appetithappen lässt sich Milos Vec Jens Jägers Buch zur Internationalisierung des Verbrechens und der Verbrechensbekämpfung gerne reichen. Der Zusatz "international" ist aber auch ein toller Appetizer, meint Vec. Leider schmeckt ihm Jägers These vom Selbstzweck der Internationalisierung der Kriminalität für die Kriminolgen nur bedingt. "Überzeugend", wenn auch nicht neu findet er anfangs noch ihren Beweis und "dicht" die Analyse der historischen Bedingungen. Bis ihm aufgeht, dass dieser Autor mit "rechtspolitischen Suggestionen" arbeitet und mit der Prämisse, ja keine "diffusen Kriminalitätsängste" zu entwickeln. Für Vec geht das mit dem Willen zur Aufklärung nur schwer zusammen. Jetzt hätte er doch gerne den Hauptgang: Beweise.
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