Von den Sedanfeiern bis zum 3. Oktober, von der Festkultur im liberalen Italien des 19. Jahrhunderts bis zu faschistischen und nationalsozialistischen Feiern zieht dieser Band einen umfassenden Vergleich der Entwicklung nationaler Feste in beiden Ländern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2001
Die Aufsätze des Sammelbandes untersuchen die Rolle, die Feste und Feiern für die Gründung und den Zusammenhalt von Nationalstaaten spielen - und zwar am Beispiel Deutschlands und Italiens. Von besonderer Bedeutung ist dabei, wenigstens der Zusammenfassung durch den Rezensenten Volkmar Wittmütz zufolge, das Verhältnis von Staat und Kirche. Einer wegen des Widerstands der katholischen Kirche "säkularisierten Festkultur" im vorfaschistischen Italien steht die rege Beteiligung des staatsfreundlichen Protestantismus in Deutschland gegenüber. Der Nationalsozialismus begründet "quasireligiöse Kultformen", dem Faschismus gelingen solche Eigenprägungen nicht. Die Analysen des Bandes sind "luzide", urteilt Wittmütz. Interessant findet er, dass die Beiträge nicht nur die "Integrationsleistungen" der Feste herausstellen, sondern auch auf die "inneren Konfliktlinien der Gesellschaft", die sich in ihnen offenbaren, hinweisen.
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