Aus dem Niederländischen von Mirko Bonne und Hendrik Rost. Wahrnehmung und Versprachlichung, Trennung und Liebe - das sind die Hauptthemen der Dichtung von Rutger Kopland. Dabei sind seine Gedichte keine Speicher melancholisch-sentimentaler Betrachtungen der Vergänglichkeit, sondern immer unverrückbar in der Gegenwart verankert. Kopland, 1934 in Goor geboren und emeritierter Professor für Psychiatrie, zählt zu den bedeutendsten Lyrikern der Niederlande.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2009
Als "metaphysische Wohltat" bezeichnet Marica Bodrozic die Gedichte des emeritierten Psychiatrie-Professors Rutger Kopland. Was die Sprache dieses Dichters als eine Art Vermittler zwischen uns und der Erinnerung vermag, lässt Bodrozic staunen. Das "Niemandsland jenseits von Raum und Zeit", in das sie die Texte führen, macht der Rezensentin keine Sorge. Koplands Sprache erscheint ihr leichtfüßig genug, um der Verlorenheit Traurigkeit und Schönheit zugleich abzugewinnen. Die eröffnete Leere offenbart sich der Rezensentin sogar als Ort möglicher Ankunft. Das von J. M. Coetzee beigesteuerte Nachwort weist in diese Richtung, erklärt Bodrozic, wenn der Nobelpreisträger das Geheimnis feiert. Und wenn sich das lyrische Ich bei Kopland als Pferd imaginiert, empfindet die Rezensentin diese Freiheit der Transformation als betörend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2009
Wieviel Verstörendes noch das Vertrauteste beinhaltet, lässt sich Martin Zingg von diesem Autor gerne beweisen. Die dafür ausschlaggebende Hartnäckigkeit und Strenge, mit der Rutger Kopland hinsieht und formuliert, machen dem Rezensenten mächtig Eindruck. Die vorliegende deutsche Auswahl mit Gedichten aus 40 Jahren begrüßt er auch als Möglichkeit, den Veränderungen im Werk des Dichters nachzuspüren. Durchweg jedoch erscheint ihm Kopland als Meister der Lakonie und des spröden sprachlichen Ausdrucks. Grenzt diese für ihn auch mitunter ans "vermeintlich Banale", so weiß er doch zugleich auch um die durchaus zugängliche philosophische Tiefe Koplands in seinen jüngeren Texten.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…