Christina Laube, Mehrdad Zaeri

Anna - Was die Zeit nicht heilt

Graphic Novel (ab 12 Jahre)
Cover: Anna - Was die Zeit nicht heilt
Fischer Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2024
ISBN 9783737373524
Gebunden, 64 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Mit 64 farbigen Abbildungen. Basierend auf einer wahren Geschichte: Graphic Novel über das Aufwachsen im Krieg. Während der Vater an der Front kämpft, hält seine Tochter an der Hoffnung fest, dass er irgendwann heimkehren wird. Als sie ausgebombt wird, flieht sie aufs Land: Ein neuer Ort, neue Gesichter, sie ist eine Fremde unter Fremden. Keine Chance, dass der Vater sie hier findet - wenn er noch lebt. Obwohl sie nicht dieselbe Sprache sprechen, findet die Tochter eine Freundin in Anna, einer jungen ukrainischen Zwangsarbeiterin. Ohne Worte, nur durch Tanz, wachsen sie zusammen. Doch der Krieg reißt auch Anna aus dem Leben. Das Mädchen bleibt zurück, wird zur Frau, die Jahre vergehen, doch die Zeit heilt ihre Wunden nicht.Wer einmal erlebt hat, was Krieg bedeutet, vergisst es nie wieder. Nicht zu wissen, ob ein geliebter Mensch noch lebt, wo er geblieben oder begraben ist - das begleitet die Überlebenden ein Leben lang.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 15.08.2024

Eine so beklemmende wie erschütternde Graphic Novel empfiehlt Rezensent Christoph Vormweg mit diesem Werk von Christina Laube und Illustrator Mehrdad Zaeri. Erzählt wird von den traumatischen Erinnerungen einer alten Frau an ihre Kindheit im Krieg. Der Kritiker muss dabei unweigerlich an die geflüchteten ukrainischen Kinder und Jugendlichen von heute denken. Im Vordergrund steht die Erinnerung an den verschollenen Vater und die im Krieg gefallene Freundin Anna: Die besondere "Wucht" erhält die Graphic Novel, in dem der "knappen, rudimentären" Prosa von Laube Zaeris "karge" und eindrückliche Zeichnungen gegenüberstehen, lobt Vormweg. Großartig auch, wie die kindlich unverarbeiteten Eindrücke mit den Erinnerungen der alten Frau konstrastiert werden, staunt der Rezensent. Wie hier die "Stachel im Hirnherz" der Heldin veranschaulicht werden, psychologisch einleuchtend, findet Vormweg außerdem beeindruckend.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.08.2024

Die Autorin Christina Laube und der Illustrator Mehrdad Zaeri haben mit ihrer Graphic Novel einer Verstorbenen ein beeindruckendes Denkmal geschaffen, das zugleich über dieses Einzelschicksal hinausweist, findet Rezensentin Dina Netz. Das Buch gemahnt, basierend auf den Erinnerungen der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges als Kind in Baden-Württemberg lebenden Helga Neumeyer, an die junge ukrainische Zwangsarbeiterin Anna, die für Helga eine Freundin und Spielkameradin war und bei einem Luftangriff starb. Laubes kurze, detailgenaue Sätze und Zaeris gedeckt gehaltene, an alte Schwarzweiß-Fotos erinnernde Illustrationen ergänzen einander laut Netz ausgezeichnet. Zudem entspricht das langsame Erzähltempo, so die Kritikerin, der tatsächlichen Zeit des Erinnerns. Eine besondere Graphic Novel, die nach Ansicht der Rezensentin die Bedeutung lebenslanger Traumata anschaulich macht.