Rudolf Hirsch (1907-1998) wurde von den Nazis durch ganz Europa gehetzt. Als Jude im Widerstand kehrte er 1935 noch einmal nach Deutschland zurück, schloss sich der Gruppe "Neu Beginnen" an, musste aber 1937 das Land seiner Geburt erneut verlassen und gelangte schließlich nach Tel Aviv. Nach seiner Rückkehr nach Ostdeutschland ging er zu den zahlreichen Prozessen gegen die Peiniger der Juden und all der anderen Opfer des Naziregimes und berichtete von ihren Verbrechen. In dieser Aufgabe sah er den Sinn seines Überlebens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2001
An der Neuauflage dieses bereits 1982 einmal erschienenen Buches des DDR-Journalisten Rudolf Hirsch kann Hans-Jürgen Döscher nichts Gutes lassen. Nicht nur stört ihn der "vulgärmarxistische Tenor", in dem hier allein wirtschaftliche Interessen und die 'Ideologie des deutschen Monopolkapitals' für den Antisemitismus verantwortlich gemacht würden. Neuere Forschungen zur nationalsozialistischen Judenvernichtung ignoriere der Autor schlichtweg, aber anscheinend auch das Verlagslektorat. Die Vorgeschichte der Endlösung finde sich entgegen der Suggestion des Buchtitels gar nicht. Auch könne bei den Berichten über den Auschwitz- und den Lischka-Prozess von "unabhängig-kritischer Analyse und sachkundiger Beurteilung" nicht die Rede sein. Das vornehmliche Interesse des Autors sieht Döscher dagegen in Entlarvung und Denunziation. Daneben findet der Rezensent bemerkenswert, dass der Verlag nun - anders als der ehemalige ostdeutsche Verlag - die jüdische Herkunft des Autors im Klappentext so besonders hervorhebt. Das hinterlasse einen faden Nachgeschmack.
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