Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2001
Ziemlich kritisch betrachtet Rezensent Manfred Funke diese beiden Veröffentlichungen, die sich mit der neuen (und alten) Rechte in der Bundesrepublik und in der DDR beschäftigen. 1) Alice Brauner-Orthen: "Die neue Rechte in Deutschland" Recht unbedruckt zeigt sich Funke vom Informationsgehalt und vor allem vom Neuigkeitswert dieses Buches und bemerkt lakonisch: "Ob das Sammeln und Arrangieren von bekanntem Material eine Höchstleistung ist, bleibt strittig". Dennoch, der Rezensent attestiert Brauner-Orthen Faktentreue und eine disziplinierte, wohltuende Distanz zum Forschungsobjekt. Die Autorin dramatisiert die Realitäten nicht, sondern analysiert sie, schreibt er. Ein paar sachliche Einwände hat er trotzdem, z.B. stimmt er nicht mit den Ausführungen der Autorin zur "Plagiierung der Konservativen Revolution durch die neue Rechte" überein. Auch widerspricht er ihrer Einschätzung zum Umgang mit politischem Extremismus in der Adenauerzeit. 2) Kinner/Richter (Hrsg.): "Rechtsextremismus und Antifaschismus" Mit deutlicher Skepsis begegnet Funke diesem Sammelband, was wohl auch damit zu tun hat, dass er von der PDS-nahen Rosa-Luxemburg Stiftung herausgegeben wurde und die Autoren allesamt eine DDR-Hochschulbildung durchlaufen haben. Jedenfalls findet er, dass die Autoren einen "Antifaschismus-Begriff (bemühen, der mittlerweile verschlissen ist.". Als Kernanliegen zweier Aufsätze, die über die "Antifa-Kostüme der Geschichtspolitisierung" hinausgehen, bezeichnet Funke folgenden Themen: "der kommunistische Antifaschismus als schwieriges Erbe", mit dem Klaus Kinner sich beschäftige, und zweitens die Nachzeichnung der Entwicklungslinien von Antisemitismus, Militarismus und Xenophobie in den neuen Ländern, mit dem Norbert Madloch gekonnt "Erinnerungsschächte aufbohrt".
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