Rudolf Burger

Im Namen der Geschichte

Vom Missbrauch der historischen Vernunft
Cover: Im Namen der Geschichte
zu Klampen Verlag, Springe 2007
ISBN 9783866740150
Gebunden, 127 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

"Wie es eigentlich gewesen ist" - das klingt ganz unverfänglich! Bescheiden sollen nur die Fakten etabliert und der wirkliche Ablauf der Ereignisse gezeigt werden. Mit welcher Anmaßung ging dagegen die "große Erzählung" einher, wie gefährlich war die Geschichtsphilosophie mit ihrem totalitären Anspruch, Weg und Ziel der Geschichte zu kennen! Rudolf Burger zeigt, dass nach dem angeblichen "Ende der Geschichte" die eine große Erzählung nur durch die vielen großen Erzählungen ersetzt worden ist. Und wie einst die eine Geschichte, sind heute die vielen Geschichten der wahre geistige Fundus politischer Kämpfe: Alle historischen Begriffe, Theorien und Kategorien, so vermag Burger in seinen erkenntniskritischen Ausführungen zu zeigen, dienen der Legitimation und Delegitimation gegenwärtiger weltanschaulicher Positionen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2008

Lutz Lichtenberger bewundert Eleganz und Klugheit, die aus diesem Band über das geschichtliche Denken von Rudolf Burger sprechen. Gern ist er dem Autor bei seiner Darlegung der Entwicklung des Geschichtsbegriffs gefolgt, wobei er Burgers Kritik am "ritualisierten Holocaust-Gedenken" keineswegs provokant, sondern bedenkenswert findet. Nach Burger wird die Geschichtsschreibung zumeist von moralischen und politischen Motiven gelenkt, wobei die Vergangenheit erst mit der Historiografie zur Geschichte wird, die sich damit aber als "Modus der Gegenwart" entpuppt, erklärt der Rezensent. Bei soviel Skepsis gegenüber der Geschichtsschreibung verwundert es den Rezensenten nur, dass Burger seine Argumente so unbekümmert mit den Werken anderer Historiker untermauert, aber das ist nur eine kleine Spitze des insgesamt angetan wirkenden Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Scharf wendet sich der Philosoph Rudolf Burger gegen ein Gegenwartsverständnis, das sich von antizipierten Zukünften das Handeln vorschreiben lässt. Insbesondere die Tendenz, die menschliche im Rahmen der globalklimatischen Naturgeschichte zu sehen, hält Burger dabei für einen "Missbrauch der historischen Vernunft". Aber auch die leichtfertige Verwendung nationalsozialistischer Verbrechen für die Produktion von Moralisierungsdruck fällt unter dieses Verdikt. Neu findet der Rezensent Michael Jeismann das alles nicht - und mutmaßt, dass auch Burger das recht schnell so sah, weshalb er den größeren Teil seines Buchs denn auch einer Darstellung der "Geschichte des historischen Denkens" widme. Die sei zwar auch nicht aufregend innovativ, aber durchaus "luzide". An dem Paradox, dass Burgers Vorschlag daraus hinausläuft, aus der Geschichte zu lernen, dass aus der Geschichte nichts zu lernen sei, ändere das aber wenig.

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