Herausgegeben von Eckhardt Köhn. Rolf Tietgens wurde 1911 in Hamburg geboren. Durch die Freundschaft mit dem Maler Eduard Bargheer und dem Fotografen Herbert List früh mit der Bildsprache des Neuen Sehens vertraut, veröffentlichte er erste Fotografien im legendären letzten Jahrgang des Magazins "Der Querschnitt" von 1936 und stellte sein Talent mit zwei außergewöhnlichen Fotobüchern unter Beweis: "Die Regentrommel" (1935) und der "Der Hafen" (1939). Von Verfolgung bedroht, emigrierte er Ende 1938 nach New York, wo es ihm in kürzester Zeit gelang, für die wichtigsten Fotomagazine zu arbeiten. Daneben entstanden zahlreiche Arbeiten, die seiner Vorstellung von poetischer Fotografie entsprechend das Erlebnis von Menschen, Städten, Landschaften in den Mittelpunkt rücken oder durch Formen der Montage der Fotografie des Surrealismus nahe kommen.
Wilfried Weinke freut es, dass mit der ersten ausführlichen Biografie, die Eckhardt Köhn jetzt vorgelegt hat, der von den Nationalsozialisten vertriebene und bis heute fast vergessene Fotograf Rolf Tietgens wieder in Erinnerung gebracht wird. Dieser bedeutende Künstler, den man bei seinem Tod als "Poet with a Camera" gerühmt hatte, fehlt selbst im von Klaus Honnef und Frank Weyer herausgegebenen Standardwerk über deutsche vertriebene Fotografen, weiß der Rezensent. Deshalb ist er umso erfreuter, wenn in dieser deutsch-englischen Ausgabe über alle wichtigen Lebensstationen unter Verwendung seiner Korrespondenz nachzulesen ist und in den vielen Illustrationen seine Werke zu sehen sind.
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