Während des Ersten Weltkriegs waren das Osmanische und das Deutsche Reich Kriegsverbündete. Mit dem Beginn der Armenierverfolgungen, die seit dem Frühjahr 1915, eingeleitet durch flächendeckende Deportationen und Massaker, in einen Völkermord mündeten, wurde das Deutsche Reich zwangsläufig in die Ereignisse involviert. Das betraf sowohl Militärs, die Botschaft, konsularisches Personal und andere Deutsche vor Ort als auch die nationalen politischen und militärischen Machtzentren im Deutschen Reich. Wie weit ging die Verstrickung? Gab es eine deutsche Mitverantwortung an diesem Völkermord? Gab es nennenswerten Widerspruch?
Die Autorinnen und Autoren stellen dar, wie Zivilbevölkerungen zunehmend zum Ziel militärischer und radikaler bevölkerungspolitischer Maßnahmen wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2017
Welchen Anteil die deutsche Regierung und ihre Vertreter in der Türkei am Völkermord an den Armeniern hatte, erfährt Martin Kröger in dem von Rolf Hosfeld und Christin Pschichholz herausgegebenen Tagungsband. Gelungen erscheint dem Rezensenten die Zusammenstellung der Beiträge. Kröger liest über die Einordnung des Genozids in das Geschehen des Ersten Weltkriegs (Ronald Grigor Suny), innertürkische Entscheidungsprozesse (Taner Akçam und Erik-Jan Zürcher), Diplomatenbiografien (Hans-Lukas Kieser), aber auch über Zeitgenossen und Zeitgenossinnen, wie Johannes Lepsius, die damals mitmenschliches Handeln gezeigt haben (Aschot Hayruni und Rolf Hosfeld). Prädikat: lesenswert, findet der Rezensent.
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