Mit 11 Abbildungen. Tahar Ben Jelloun steht für das Abenteuer des Lebens und Schreibens zwischen zwei Kulturen. Er verbindet marokkinische, orientalische und postmoderne Erzählweisen und verleiht so der Tradition des Geschichtenerzählens neue Impulse. Ausgehend von Ben Jellouns biografischer Entwicklung vermittelt Roland Spiller erstmals einen Überblick über das Gesamtwerk und berücksichtigt dabei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Poesie, Roman, Essay und journalistischen Arbeiten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2000
Der marrokanische Autor, der seit langem in Frankreich lebt und dort als Anwalt der maghrebinischen Immigranten gilt, habe sich vor kurzem durch die illegale und unseriöse Beschäftigung eines marokkanischen Dienstmädchen selbst in Verruf gebracht, weiß "StW" und ist dankbar dafür, daß nun eine seriöse Habilitation aus Erlangen dem aufgeregten Gerede etwas entgegenhält: nämlich die wichtige Vermittlerrolle, die Ben Jelloun zwischen den Kulturen einnimmt. Dazu gehört nach "StW" etwa das "Paradox der Wiederbelebung von Mündlichkeit im schriftlichen Text", wie es im Gemanistendeutsch heißt. Die Untersuchung Spillers sei theoretisch gut unterfüttert: von Bourdieu bis zu Gender Studies. Entsprechend stünden Fragen der Geschlechterrollen, die Metaphorik des Blicks und der "Auto-Exotik" im Mittelpunkt der chronologisch vorgehenden Untersuchung, die sich auch der frühen Lyrik Ben Jellouns annehme. Vorwürfe, der Schriftsteller bediene sich orientalischer Klischees, ließen sich nicht völlig entkräften, meint "StW" nach Lektüre des Textes, hätten aber zumindest eine ausgewiesene Funktion in den Texten des Autors.
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