Roland Kipke

Besser werden

Eine ethische Untersuchung zu Selbstformung und Neuro-Enhancement
Cover: Besser werden
Mentis Verlag, Paderborn 2011
ISBN 9783897857360
Kartoniert, 317 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Neuro-Enhancement ist eines der drängenden ethischen Probleme unserer Zeit: Sollen wir unsere mentalen Eigenschaften durch Pillen verbessern? Die ethische Diskussion stößt immer wieder auf die Frage, ob Neuro-Enhancement letztlich dasselbe ist wie die nicht-technischen Selbstverbesserungsmethoden durch mentale Arbeit (Selbstformung) oder ob es sich grundlegend davon unterscheidet. Obwohl diese Frage ein zentraler Angelpunkt der Debatte ist, wird sie bislang nie genauer untersucht. Mehr noch, es fehlt an einer tragfähigen Theorie dieser Selbstformung, obwohl sie weithin praktiziert wird. Was ist diese Selbstformung genau? Was macht sie mit dem Menschen?
Roland Kipke greift dieses doppelte Desiderat auf. Er entwickelt ein Konzept der Selbstformung und führt einen systematischen ethischen Vergleich zwischen den beiden Wegen der Selbstverbesserung durch. Damit füllt er nicht nur eine zentrale Lücke in der Debatte um Neuro-Enhancement, sondern liefert darüber hinaus wesentliche Elemente einer Ethik der menschlichen Selbstverbesserung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2011

Rezensent Michael Pawlik hat Roland Kipkes Thesen zum Neuro-Enhancement mit Interesse, aber nicht ganz überzeugt gelesen. Kipke hält nichts von den Versprechungen der Pharmaindustrie, die persönliche Leistungsfähigkeit mit Medikamenten zu verbessern, wie Pawlik klarmacht, und bringt dafür den Begriff der "Lebensformung" in Stellung: Denn gegen die schnelle Leistungssteigerung erfordere das gelungene Leben, über einen längeren Zeitraum Wünsche oder Ziele verfolgt zu haben und für ihr Erreichen gearbeitet zu haben. Auch betone Kipke, wie wichtig es sei, dass die Selbstveränderung in einem biografischen und nicht allein in einem chemischen Kontext steht. Pawlik macht hier zwei Einwände geltend: Erstens seien die Pillen nur ein Instrument, können also durchaus in Übereinstimmung mit dem Lebensentwurf geschluckt werden. Zweitens unterschätze der Autor die große Karriere, die die Psychopillen vor sich haben und damit auch den sozialen Sprengstoff, den Pawlik für das eigentliche Problem zu halten scheint.