Robin Lane Fox

Alexander der Große

Eroberer der Welt
Cover: Alexander der Große
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004
ISBN 9783608940787
Gebunden, 826 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Durchgesehene, überarbeite und ergänzte Ausgabe. Aus dem Englischen von Gerhard Beckmann. Robin Lane Fox? Werk gilt in der englischsprachigen Welt als die meistgelesene und bestgeschriebene Darstellung Alexanders des Großen und seiner Zeit. Ausgezeichnet mit mehreren Preisen für seine Erzählkunst, beschreibt der Autor mit beispielloser Eindringlichkeit die leidenschaftliche Begeisterung des großen Makedonen für die Welt Homers und seiner Helden: Als neuer "Achill", rücksichtslos, hochfahrend und voller Tatendrang, unterwarf Alexander Ägypten und besiegte die Perser. Als er im Alter von nur 34 Jahren starb, hinterließ er ein Reich, das sich weit über die Grenzen der bis dahin bekannten Welt erstreckte. Zum erstenmal europäisierte der belesene Schüler des Aristoteles den Orient und schuf so die Voraussetzungen für eine griechisch-hellenistische Weltkultur, die bis heute nachwirkt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2005

Dieses Buch kann man nach Meinung von Ludger Lütkehaus gar nicht genug loben: Robin Lane Fox' aktualisierte Alexander-Biografie ist für ihn "beste britische Geschichtsschreibung": Gelehrt, spannend, oft witzig und immer mit leichter Hand dargeboten. Auch wenn Fox keinen Hehl aus seiner Bewunderung für den Feldherrn mache, sei er nicht blind für dessen problematischen Züge, betont Lütkehaus, der sich selbst von dem fasziniert zeigt, was bei Alexander dem Großen zusammenkam: "die Eroberung einer unbekannten Welt, Abenteuertum, Forschung, Wissenschaft" und schließlich auch der "Wille zur kulturellen Synthese" einer euro-asiatischen Weltkultur. Dass Fox Letzteres ein wenig relativiert, nimmt Lütkehaus ihm nicht übel. Und dass der Autor seinen Helden als einen "Romantiker, genauer: als Selbstromantisierer" versteht, scheint Lütkehaus sogar ganz sympathisch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.12.2004

Vom aktuellen Film über Alexander den Großen zeigt sich Rezensent Stefan Rebenich wenig überzeugt. Umso mehr freut er sich über die neue deutsche Ausgabe von Robin Lane Fox' Biografie, die schon das britische Publikum ungeachtet aller Kritik seitens einflussreicher Altertumsforscher in den 70-ern "auf die Bestellerlisten gelesen" hat. Wo Oliver Stones Film den Betrachter in der Flut der Bilder "allein" lässt, meint Rebenich, gelingt es Lane Fox, ein "ungemein faszinierendes Porträt des Makedonen" zu zeichnen. Das Geheimnis des Buchs liegt für den Kritiker darin, dass der Autor den großen Kämpfer nicht auf dem "Altar strenger Quellenkritik" opfert, sondern "assoziativ" aus der Vielzahl der Zeugnisse schöpft und so Quellen aller Art verbindet. Dass dabei auch Widersprüche auftreten, stört den Rezensenten wenig. Schließlich habe Alexander schon zu Lebzeiten die Menge polarisiert und sämtliche Biografen dazu veranlasst, "ihren eigenen Alexander" zu schaffen. Lane Fox macht hier keine Ausnahme; doch verarbeitet er seine Sicht zu einer "glänzend geschriebenen Biografie".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2004

Rundum gelungen findet Uwe Walter diese "glänzende Biografie" über Alexander den Großen, die Robin Lane Fox nun vorgelegt hat. Wie er berichtet, handelt es sich um eine gründlich revidierte Fassung des erstmals 1973 erschienenen Buchs, in der zahlreiche Mängel der damaligen Ausgabe beseitigt wurden, und die neben einem lesenswerten Nachwort von Wolfgang Will zu antiken und modernen Alexanderbildern auch ein ausführliches neues Vorwort des Autors bietet. Während Fox seine quellen- und sachkritische Gelehrsamkeit vor allem im "überreichen Anmerkungsteil" entfalte, biete er im Lesetext den ungeteilten Alexander, dessen Mythos einen wesentlichen Teil seiner Geschichte ausmache. "Breit und in leuchtenden Farben" male er dabei nicht nur die Taten Alexanders aus, sondern auch das ganze Panorama der Phänomene und Wirklichkeiten, die sich im Laufe des Zuges eröffneten. Als unmittelbaren Zugang zur Seele des Porträtierten diene Fox Alexanders Selbststilisierung als Reinkarnation eines homerischen Helden. Walter bescheinigt Fox einen geschärften Blick für die unglaublichen Marsch- und Gefechtsleistungen der Truppen sowie die Dimension der geopolitischen Revolution, die der Alexanderzug auch war. Auch dass sich Fox stark auf die Perspektive der unterworfenen Perser einlässt und die Orientalisierung Alexanders, der als Herrscher über ein Vielvölkerreich 323 ausgerechnet in Babylon starb, nicht als Zeichen von Dekadenz abwertet, würdigt Walter als eine "bedeutende Leistung".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Die revidierte Fassung von Robin Lane Fox' "faszinierender" Biografie Alexanders des Großen findet durchaus die Gnade bei Wilfried Nippel. "Wer Freude an einer breit ausgemalten Geschichtserzählung hat, wird bestens bedient", schreibt er. Fox konzentriere sich vor allem auf das Leben und die Taten seines Helden, den er ohne Scheu bewundert. Fox sehe in Alexander einen Helden nach Homers Zuschnitt, einen "neuen Achill". Ebenso positiv wie die Person sieht er die Motive des Heerführers. Fox unterstellt Alexander einen Plan zur Integration der makedonischen und persischen Eliten, und glaubt, dass die Ausbreitung der griechischen Zivilisation ein "Segen" für die eroberten Regionen war. Was Nippel in der Erzählung fehlt, sind einige "strukturgeschichtliche Erörterungen" jenseits der Person Alexanders. Probleme wie die Logistik der Feldzüge oder die immer schwieriger werdende administrative Durchdringung des Riesenreiches werden zwar oft erwähnt, aber "nicht systematisch erörtert", tadelt der Rezensent.