Roberto Alajmo

Mammaherz

Roman
Cover: Mammaherz
Haymon Verlag, Innsbruck - Wien 2008
ISBN 9783852185705
Gebunden, 249 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Kurt Lanthaler. Eigentlich betreibt Cosimo Tumminia eine Fahrradwerkstatt in Calcara, einem erfundenen und vergessenen Dorf auf Sizilien. Doch da hartnäckig das Gerücht umgeht, er bringe Unglück, er sei ein Jettatore, bleiben die Kunden aus. So sitzt er Tag um Tag vor seinem Laden in der Sonne, hört Radio und löst Kreuzworträtsel. Nur seine Mutter, vor der er in ein kleines Haus außerhalb des Dorfes geflüchtet ist, kümmert sich erdrückend um ihn. Eines Tages zwingt ihn eine Gruppe Fremder, ein kleines Kind auf Zeit "in Obhut" zu nehmen. Doch diese Zeit wird Cosimo Tumminia immer länger, die Unbekannten bleiben verschwunden; und die Nachrichten vermelden nichts über ein entführtes Kind. Schließlich nimmt seine Mutter die Sache in die Hand und kommt tatsächlich dem Geheimnis auf die Spur ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.05.2009

Von Roberto Alajmos Roman "Mammaherz" ist Rezensentin Maike Albath sehr angetan, leider trübt die deutsche Übersetzung ihre Begeisterung ganz erheblich. Der sizilianische Autor erzählt die Geschichte eines erfolglosen, von den Menschen in seinem Dorf gemiedenen Muttersöhnchens, der sich mit der Mafia einlässt, erfahren wir. Laut Rezensentin kommt es zu einem von der Mutter des Protagonisten ausgeführten "Gewaltverbrechen", wobei Alajmo es hervorragend gelinge, die fatale "Zwangsläufigkeit" der schrecklichen Entwicklung herauszustellen, wie die Rezensentin preist. In der Tradition Leonardo Sciascias stehend, der erstmals 1961 in seinem Roman "Der Tag der Eule" über die Mafia schrieb, spielt bei Alajmo dennoch nicht die Mafia die Hauptrolle, stellt Albath klar. Vielmehr widme er sich der symbiotischen Mutter-Sohn-Beziehung als Keimzelle für mafiöse Strukturen, so die Rezensentin gefesselt. Begeistert preist sie die erzählerische Ökonomie des Autors, der mit wenigen Strichen Handlungsorte und Charaktere zu zeichnen vermag. Umso ärgerlicher findet sie die Übersetzung ins Deutsche, die von "ungelenken" Wendungen nur so strotzt und die Rezensentin schon im Titel mit einer unzulässigen Verniedlichung der "madre" zur "Mamma" irritiert.
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