Vincenzo Consolo

Retablo

Roman
Cover: Retablo
Folio Verlag, Wien 2005
ISBN 9783852563145
Gebunden, 180 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Maria E. Brunner. Fabrizio Clerici, Maler, Spross einer der mächtigsten Familien Mailands, tritt eine Reise nach Sizilien an, zu den Stätten der Antike, um auf den Spuren der siculo-griechischen Kulturen und Sprachen seine Angebetete, Teresa Blasco, zu vergessen. In Palermo an Land gegangen, heuert der Künstler einen entlaufenen Mönch als ortskundigen Führer an - Isidoro, der aus Liebe zur blutjungen Rosalia den Ertrag aus Ablassverkäufen unterschlägt und sich aus dem Kloster davonstiehlt. Der Liebeswahn des einen spiegelt sich im Liebeswahn des anderen auf einer höheren gesellschaftlichen Ebene wider. Consolos Sprache ist ein Pastiche, eine vielfach gewirkte Kunstsprache aus lombardischen und sizilianischen Dialekten, Gelehrtensprache des 18. Jhs. und meditativen wie umgangssprachlichen Tönen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2006

"Welche Lust der Listen!", ruft Rezensent Samuel Moser begeistert. Der Reisebericht des Landschaftsmalers Don Fabrizio werde geradezu "überflutet" von herrlichsten "ironischen Auslassungen" des Autors, vom "Stimmen, Sprachen, Zitaten". "Souverän", so der Rezensent, spiele Consolo mit der Tradition des "utopisch-zeitkritischen" Reiseromans der Aufklärung. An der besten Stelle, so der Rezensent, "versumpfe" der Text gewissermaßen parallel mit dem Helden, der gerade knietief zu einer Insel vor Sizilien hinüberwatet. Dabei sei die Geschichte höchst einfach. Don Fabrizio pilgert in die Heimat seiner Geliebten, die ihn nicht erhört hat. Sein "ungleicher" Begleiter auf dieser Reise, ein "zum Teufel gejagter" Bettelmönch, trägt eine ähnliche tragische Liebesgeschichte im Herzen. Don Fabrizios Reisebericht sei an die Geliebte adressiert, Consolos Roman hingegen, wie der Rezensent unterstellt, an die Mailänder Gesellschaft, in der der Autor vor zwanzig Jahren "Retablo" geschrieben hat.
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