Der Erste Weltkrieg stellte für Ostpreußen einen Wendepunkt seiner Geschichte dar die russische Invasion und Besatzung zu Beginn des Krieges, die Plebiszite von 1920 und schließlich die räumliche Trennung vom Deutschen Reich nach der Wiedererrichtung Polens. Vor diesem Hintergrund beschreibt und analysiert die Studie den Prozess der Herausbildung einer regionalen und nationalen Identität dieser preußischen Provinz in den Jahren zwischen 1914 und 1933, in denen Ostpreußen zum Bollwerk des deutschen Ostens stilisiert wurde. Auf einer breiten Quellengrundlage geht der Autor den Ausprägungen einer kollektiven Identität in politischen und gesellschaftlichen Organisationen, in Presse und Literatur sowie in der Symbolik politischer Feiern, Denkmäler und von Gedenkveranstaltungen nach. Diese Konstruktion eines Ostpreußenstums wird in ihren Auswirkungen auf die ostpreußische Gesellschaft und die politische Kultur Deutschlands am Vorabend des Dritten Reiches untersucht wie auch im Hinblick auf die nationalen Minderheiten und die besondere Lage der Provinz im deutsch-polnischen Grenzgebiet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2010
Für Wolfram Pyta ist der Königsberger Klops ein identitätsstiftendendes ostpreußisches Merkmal. Leider kommt der Klops in Robert Trabas Studie zur Entstehung von kollektiven Identitäten am Beispiel Ostpreußens nicht vor. Und so stellt der Autor zwar eine spannende Frage, kann den Rezensenten jedoch bezüglich These und Argumentation nicht überzeugen. Etwa erfährt der Rezensent über die Reibung zwischen nationaler und regionaler Identitätsstiftung (Masuren!) zu wenig und kann die von Traba angeführte Kontingenz in der Konstruktion ostpreußischer Identität nicht wirklich nachvollziehen. Welche Rolle dabei die Masurischen Seen spielen oder jene Klopse, muss sich der Rezensent leider selber ausmalen.
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