Auf Befehl Himmlers wurden ab 1942 in den größten Konzentrationslagern, u. a. in Dachau und Auschwitz, in Mauthausen und Buchenwald, in Mittelbau-Dora und Sachsenhausen, Bordelle für Häftlinge eingerichtet. Der Bordellbesuch war als Anreiz zur Steigerung der Arbeitsleistung der in das System der Kriegswirtschaft eingebetteten Arbeitssklaven in den Lagern gedacht. Die "Prämie" blieb allerdings ausschließlich "arischen" Häftlingen vorbehalten. Für die Bordelle rekrutierte die SS weibliche Häftlinge aus Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau, meist mit falschen Versprechungen oder unter Zwang. Die umfassende Darstellung beschreibt detailliert die Gründe für die Einrichtung der Lagerbordelle, ihre Funktion im System der Konzentrationslager, die Organisation des Bordellbetriebs, die Reaktionen der Häftlingsgesellschaft auf die "Sonderbauten" so die offizielle Bezeichnung der Bordelle -, die Lebensbedingungen und die Überlebensstrategien der Frauen, die Motive der Bordellbesucher sowie den Ablauf ihrer Besuche.
Großen Respekt zollt Rezensent Hans-Martin Lohmann dieser "wissenschaftlich hochseriösen" Studie von Robert Sommer zu sexueller Zwangsarbeit in den deutschen Konzentrationslagern. Die Lektüre dieses Buchs führte ihn "direkt ins Herz der Finsternis", weshalb er Sommers Mut bewundert, sich überhaupt mit der Thematik zu befassen. Im Kontext der Studie revidiere Sommer auch manches Vorurteil gegenüber den betroffenen Frauen, in dem er eine Wirklichkeit nachzeichne, die düsterer sei, "als es sich die schwärzeste Fantasie ausmalen" könne. Beeindruckt hat Sommer den Rezensenten auch durch die überwältigende Fülle von Zeitzeugenberichten und bislang nicht ausgewerteten Quellen.
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