Robert Kaplan

Die Geschichte der Null

Campus Verlag, Frankfurt 2000
ISBN 9783593364278
gebunden, 247 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Der amerikanische Mathematikprofessor Robert Kaplan begibt sich auf die Reise durch "Die Geschichte der Null". Er entführt uns ins sumerische Zeitalter, nach Griechenland und Indien. Er hält uns die Schwierigkeiten unserer Vorfahren vor Augen, ohne Hilfe der Null große Summen zu errechnen: Wie zum Beispiel multipliziert man CLXIV mit XXIV?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2000

Karen Horn macht aus dem "Lesevergnügen", dass ihr die Lektüre dieses Buches bereitet hat, kein Geheimnis: Ein "historisches, mathematisches und zugleich philosophisches" Buch habe Kaplan hier vorgelegt, schwärmt sie, und geht in Stichworten auf besonders interessanten Aspekte ein. So weist sie mit spürbarer Begeisterung auf Kaplans Ausführungen hin, welche Rolle die Null in den verschiedensten Kulturen gespielt hat, wie sie sich vom "Interpunktionszeichen zur eigenständigen Rechengröße gemausert" habe und sogar als "Todesgott" bei den Yucatan-Maya möglichst vermieden wurde. Ihr gefällt, wie der Autor über "abstraktes Denken, Logik, Realitätssinn und Vorstellungskraft" nachdenkt, und sie ist sich sicher, dass gerade Wirtschaftswissenschaftler, die "professionell ständig mit der Null" umgehen müssen, dieses Buch mit Genuss lesen werden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2000

In einer Doppelrezension bespricht Michael Hampe zwei Bücher, die sich mit der Geschichte der Null beschäftigen. In seinem Urteil könnten sie fast nicht unterschiedlicher abschneiden.
1) Robert Kaplan: "Die Geschichte der Null" (Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2000)
Dieses Buch gefällt dem Rezensenten besonders deswegen, weil Kaplan nicht nur auf den "Zusammenhang von Zeichen und Gedanke, sondern von Zeichen und Handlung achtet". So findet der Rezensent Kaplans Ausführungen über ein Platzhalter-Zeichen, dass bereits vor der eigentlichen Null verwendet worden ist, durchaus plausibel und gut durchdacht. Ähnlich beurteilt er Kaplans Ansicht, dass - beispielsweise bei den Griechen - auch vor der Existenz der Null bereits Rechenoperationen möglich waren, die in ähnlicher Weise funktionierten. Überhaupt unterscheide sich dieser Band von dem Seifes durch seine wesentlich stärkere Reflexion und seinen philosophischen Hintergrund, auch wenn man dieses Buch nicht im engeren Sinne als Philosophie der Mathematik begreifen könne.
2) Charles Seife: "Zwilling der Unendlichkeit. Eine Biographie der Zahl Null". (Berlin-Verlag, Berlin 2000)
Seifes Buch kann der Rezensent eigentlich gar nichts abgewinnen, deshalb beschäftigt er sich auch nur kurz damit. Er stört sich an Seifes "ständig übertreibenden Gestus", zum Beispiel wenn der Autor behauptet: `Jeder Revolution lag eine Null zugrunde - und eine Unendlichkeit`. Und seine Ausführungen über die Neanderthaler, die - wie Hampe vermutet - dazu dienen sollen, die Lektüre für Mathematik-Muffel aufzulockern, findet der Rezensent sogar "eher albern".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.04.2000

Rolf-Bernhard Essig bespricht dieses Buch zusammen mit "Zwilling der Unendlichkeit - eine Biographie der Zahl Null" von Charles Seife (Berlin Verlag). Beide Bücher haben ihn begeistert. Geradezu aufgeregt zeichnet Essig die Geschichte dieser etwas unheimlichen Zahl nach, die im alten Babylon erfunden wurde und über Ägypten, Indien und die Islamische Welt ins Christentum gebracht wurde - Essig schildert die Schwierigkeiten, die diese Kultur mit der Null hatte. Ihr Zwilling ist die Unendlichkeit - aber Gottes Universum wurde als begrenzt gedacht. Beide Bücher legt Essig den Lesern ans Herz, zumal sie sich "ideal ergänzen".
Bei Kaplan interessiert den Rezensenten vor allem der kulturhistorische Ansatz. Kaplan untersuche zum Beispiel auch die Implikationen des Wortes "Null" in der Sprache. Seifes Ansatz nennt Essig dagegen mehr mathematisch-physikalisch, die Geschichte der Null werde bei ihm zu einer "Erfolgsstory des Denkens". Lobend erwähnt Essig auch, dass beide Bücher keine speziellen mathematischen Kenntnisse voraussetzen.
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