Jan Christophersen

Schneetage

Roman
Cover: Schneetage
Mare Verlag, Hamburg 2009
ISBN 9783866481060
Gebunden, 366 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Jahreswechsel 1978/79. Über Norddeutschland tobt ein Schneesturm, von dem die Menschen bis heute erzählen. In einem nordfriesischen Dorf an der deutsch-dänischen Grenze bricht Paul Tamm, der Wirt des "Grenzkrugs", plötzlich zusammen. Es beginnen ungewisse Tage, in denen Pauls Ziehsohn Jannis sich an die vergangenen gemeinsamen Jahrzehnte erinnert: wie er selbst nach dem Zweiten Weltkrieg als kleiner Junge in die Familie kam, wie Paul aus dem Lager zurückkehrte, zunächst beim Wiederaufbau der Gastwirtschaft half und sich später immer mehr von der Familie entfernte. Bei Pauls Jagd nach den Spuren einer versunkenen Stadt im Watt begleitet ihn Jannis, der dabei auf die Geschichte eines englischen Soldaten stößt. Auf geheimnisvolle Weise scheint diese mit Jannis Herkunft verknüpft zu sein. In den dramatischen Tagen der Schneekatastrophe führt Pauls Suche schließlich zu einem Ergebnis, das Jannis nach all den Jahren vor eine Entscheidung stellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2009

Das Spektakuläre, muss man nach der Lektüre von Martin Halters Rezension dieses Roman konstatieren, kommt in "Schneetage" ganz ausgesprochen gemächlich daher. Spektakulär nämlich könnte einem die Suche nach dem mythischen untergegangenen Rungolt, dem "Sodom im Wattenmeer", wohl scheinen, um die es dem Helden des Buchs, einem Mann names Paul Tamm, geht. Der landet nach dem zweiten Weltkrieg in einem deutsch-dänischen Grenzdorf und lebt dort und sucht Rungolt und findet es nicht. Davon erzählt Petersen derart norddeutsch und grau in grau, dass Halter sich geradezu an Theodor Storm oder Siegfried Lenz erinnert fühlt. Was aber eher als Kompliment denn als Absage gemeint ist. Ob allerdings auch die süddeutsche Leserschaft etwas damit anfangen könne - das weiß der Rezensent dann doch nicht.
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