Jedes Jahr pilgern Millionen Menschen auf Festivals, um sich gemeinsam in Eskapismus, Ekstase und einem grenzenlosen Freiheitsgefühl zu verlieren - und natürlich in der Musik. Vorgetragen wird die überwiegend von Männern. Warum ist das so? Allen Erfolgen weiblicher Künstler:innen und den lauter werdenden Forderungen nach mehr Diversität zum Trotz wird auch der Festivalsommer 2025 abermals von männlich dominierten Line-ups geprägt sein. Wie lässt sich diese beharrliche Ungerechtigkeit erklären? Und was sagt sie über die Musikindustrie an sich aus? Rike van Kleef hat mit zahlreichen Akteur:innen aus der Live- und Festivalindustrie gesprochen und zeichnet ein offenbarendes Porträt der Branche. Sie untersucht, welchen Schwierigkeiten FLINTA-Künstler:innen begegnen, wie Machtstrukturen in der Branche greifen, warum Frauen immer noch schlechter verdienen und wie es um die Sicherheit von weiblichen und queeren Musiker:innen in Zeiten von Post-#MeToo gestellt ist. Van Kleef zeigt zudem auf, wie der Weg zu mehr Gendergerechtigkeit aussehen könnte: Wie Booker:innen zu diverseren Line-ups finden, was Festivals zu sicheren Räumen für FLINTAs machen würde und wie männerdominierte Strukturen aufgelöst werden können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.07.2025
Rezensent Stefan Michalzik liest diese Ausführungen von Rike van Kleef zu Geschlechtergerechtigkeit in der Musikbranche mit Gewinn: Sie hat "faemm" mitbegründet, eine Initiative, die sich dafür einsetzt, das zu verändern, was sie in diesem Buch beklagt. So gibt es zwar mit Adele und Beyoncé einige weibliche Megastars, bei Festivals sind die Headliner aber trotzdem zu fast neunzig Prozent männlich, liest Michalzik. Auch die Jobs im Hintergrund seien quasi geschlechtergetrennt, Frauen sind für die (optische) Vermarktung zuständig, Männer fürs Managment, zudem würden Frauen häufig übergangen und auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehe es schlecht. Dass van Kleef eine "revolutionäre Kulturpolitik" mit deutlich besserer Absicherung fordert, leuchtet auch dem Kritiker ein.
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