Roman Bucheli (Hg.)

Wohin geht das Gedicht?

Cover: Wohin geht das Gedicht?
Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783892449935
Gebunden, 126 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Wohin geht das Gedicht? - Die Antworten sind spielerisch oder ernsthaft, traditionsbewusst oder veränderungssüchtig, sie sind ganz auf das eigene Schreiben bezogen oder visieren Allgemeines an - eines ist ihnen allen gemein: Sie tragen neue, überraschende und anregende Sichtweisen vor. Les Murray macht sich Gedanken über die Liebe zur Poesie und meint, die Lyrik bewege sich nicht vorwärts, sondern immer seitwärts. Marcel Beyer schaut einem Ornithologen über die Schulter und entdeckt Gemeinsamkeiten mit dem lyrischen Handwerk. Lars Gustafsson erinnert sich in seinem Aufsatz an die Begegnung mit einem am Daumen verstümmelten Maurer, der in eines seiner Gedichte einging, und versucht eine Antwort auf die Frage, warum seine Gedichte so arm an Metaphern sind. Charles Simic schreibt über die allmähliche Verfertigung eines Gedichts. Juri Andruchowytsch erzählt in seinem Beitrag, wie er als Jugendlicher die Lyrik entdeckte, mit dreißig aufhörte, Gedichte zu schreiben, und wie die Poesie eines Tages wieder aus ihm hervorbrach. Adam Zagajewski gesteht, er wisse nicht, wohin das Gedicht heute geht, aber er sieht die Poesie jeden Morgen aufs Neue beginnen. Bei Klaus Merz geht das Gedicht auf die Jagd, ehe er die Frage umdreht: Woher kommt das Gedicht? Antworten von: Juri Andruchowytsch, Marcel Beyer, Franz Josef Czernin, Ulrike Draesner, Lars Gustafsson, Norbert Hummelt, Klaus Merz, Les Murray, Alberto Nessi, Brigitte Oleschinski, Albert Ostermaier, Lutz Seiler, Charles Simic, Adam Zagajewski.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2006

Als "bunt und anregend" würdigt Rezensent Rolf-Bernhard Essig diesen von Roman Bucheli herausgegebenen Band, der poetologische Überlegungen von vierzehn Dichtern der mittleren und älteren Generation aus aller Welt versammelt. Viele Beiträge zeichnen sich für ihn durch Witz und interessante Beobachtungen aus, andere kommen für seinen Geschmack schwer und emphatisch daher. Erstaunt zeigt er sich darüber, dass sowohl Herausgeber als auch viele Dichter der Lyrik Möglichkeiten und Probleme zuordnen, die seines Erachtens für die Sprachkunst insgesamt gelten. Besonders überzeugend findet er die Beiträge, die poetologische Überlegungen an den Entstehungsgeschichten einzelner Gedichte konkret werden lassen. Gemein sei allen Beiträgen die Auffassung, dass sich Lyrik nicht in die Pflicht nehmen lasse, sich Engagementforderungen und Avantgardezwang verweigere, ohne dabei aber auf Wirkung verzichten zu wollen.
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