In L"and und Beute" sind Reinhard Jirgls Kritiken, Beobachtungen und Polemiken zum ersten Mal nachlesbar: Mit seinen Reflexionen über Traum und Trauma des 20. Jahrhunderts und seinen Bemerkungen über Erinnern - Schreiben - Lesen führt er mitten hinein in das Zentrum einer gegenwartsbewussten schreibenden Existenz. Der Autor legt hier Rechenschaft ab über sein Schreiben und seine eigene Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2008
Schwerstarbeit war die Lektüre von Reinhard Jirgls gesammelten Essays aus den Jahren 1996 bis 2006 für Jörg Magenau und in ihrer Theorieversessenheit keine reine Freude, wie er zugeben muss. Laut Jirgl hätte es in der Literatur ohne Stil- und Sprachtheorie keine Weiterentwicklung gegeben, eine Auffassung, der der Rezensent vehement widerspricht. Sollte der Autor mit seinen Essays die von ihm beklagte allgemeine "Theorieverdrossenheit" überwinden wollen, ist er nach Ansicht des erschöpft wirkenden Rezensenten gründlich gescheitert, denn Magenau findet, dass in den "hochkomplizierten Denkbewegungen" und der überkomplexen Syntax des Autors die Inhalte seiner Texte sich geradezu verflüchtigen. Nur wenn der Autor mal beschreibend-konkret wird, weckt er das Interesse Magenaus, aber das ist, wie er bedauernd konstatiert, in diesem Band nicht oft der Fall.
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