Illustrationen von Günter Mattei. Weil Mama Spätschicht hat und Papa ganz weit weg ist, haben Merle und Moritz eine neue Nachtfrau. Sie heißt Gesine Wolkenstein, hat schmale Lippen und unheimliche Augen, die erst grasgrün sind, dann schwarz und zuletzt hellblau und durchsichtig. Ausgerechnet sie soll die Kinder ins Bett bringen! Doch in den Nächten ist da plötzlich Frau Wolle. Sie regiert das Reich hinter der schwarzen Tür, von dem Papa früher erzählt hat. Dort wohnen die Spitzzahntrolle, die nur in Reimen reden, und der wachsame Waisenfuchs Silberträne. Da gibt es das Lager der verlorenen Sachen und den Saal der Bonabären, da findet man die Gedankenbremse, und wenn es im Weltempfänger rauscht, können Merle und Moritz Papas Stimme hören. Und das tröstet ungemein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2018
Rezensentin Carola Zinner entdeckt ein Kunstwerk aus Zeichnungen (Günter Mattei) und Text in Jutta Richters Kinderbuch. Wie die Autorin das ernste Thema des verschwundenen Vaters und der Sehnsucht nach ihm mit einer Abenteuergeschichte anreichert, findet sie toll. Die Fantasiewelt, in die die kindlichen Helden im Buch geraten, überzeugt sie mit allerhand Zauber und auch Gefahren (Vorsicht Spitzzahntrolle!). Das Ende bleibt offen. Das lässt die Rezensentin auf eine Fortsetzung hoffen.
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