Ludwig Harig

Kalahari

Ein wahrer Roman
Cover: Kalahari
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446208193
Gebunden, 214 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Lyon 1947. Zwei Freunde, ein Deutscher und ein Franzose, sind vom gleichen Jahrgang 1927. Doch sie stammen aus Ländern, die seit Unzeiten eine tiefe Feindschaft pflegten, und ihre Jugend war geprägt vom Krieg gegeneinander. Dagegen gab es den einen Traum: von der Freiheit, vom eigenen Leben. Der eine will reisen, bis in die Wüste Kalahari, und wie Rimbaud umherziehen auf drei Kontinenten. Der andere aber kehrt zurück nach Hause und wird eine Konstante bleiben im unsteten Leben seines Freundes. Harigs Buch ist die Beschwörung einer Freundschaft, die alle so ganz entgegengesetzten Lebensentscheidungen überstand, aber auch die Geschichte jener Freiheitsträume, die eine ganze Nachkriegsgeneration geprägt haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.08.2007

Einigen Eindruck hat dieser Roman über eine deutsch-französische Männerfreundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg auf Rezensent Ulrich Baron gemacht, der ihm ein viel erhellenderes und aussagekräftigeres Bild der Flakhelfergeneration vermittelt hat als die gegenwärtige Diskussion um die NS-Mitgliedschaft diverser Schriftsteller. Ludwig Harigs Talent, "die Welt im Wassertropfen" und "Zeitverläufe in einer Geste" zu spiegeln, trägt diesem Autor das himmelhohe Rezensentenlob ein, vom selben Erzählerholz geschnitzt zu sein wie Johann Peter Hebel. Harigs Schilderung des provinziellen Mikrokosmos, des Gartens und des Freundes- und Familienkreises bieten aus Barons Sicht immer wieder einen Rahmen, um sich einen Blick auf die Welt zu verschaffen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.07.2007

Diesen Roman sei Ludwig Harig seinen Lesern noch schuldig gewesen, schreibt ein begeisterter und beeindruckter Rezensent Joseph Hanimann, der die autobiografische Romankunst des Achtzigjährigen hier an einen nie erreichten Punkt gelangen sieht. Es handele sich um die Geschichte einer Lebensfreundschaft, lesen wir, in die auch die große Geschichte durch Nebensätze eingeflochten ist. Das ist für Hanimann besonders spannend, weil der eine Freund ein Deutscher, der andere ein Franzose ist. Der französische Freund stirbt am Ende des Romans, und besonders hier kann Harig dann den Rezensenten als "Wahr-Erzähler" begeistern: als einer, dem im Schreiben die Balance zwischen "striktem Protokoll", "gestalterischer Überhöhung" und literarischem Experiment a la Oulipo auf beeindruckende Weise gelingt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007

Mit sehr viel Sympathie für den deutsch-französischen Grenzgänger und Verständiger Ludwig Harig schreibt Walter Hinck seine Besprechung dieses Romans. Über den Harig-Freund Roland Cazet, um den sich der Text dreht, weiß Hinck zwar erst einmal nichts, doch das ändert sich. Das Buch liest er als auf Dokumenten des Freundes basierenden "Lebensroman" und Harigs Erfindung in einem. Mal "bewegend" traurig, mal heiter erscheint Hinck die Geschichte einer Männerfreundschaft. Und während er jede Menge Bezüge zu früheren Arbeiten Harigs entdeckt, weitet sich das Persönliche des Romans mittels einer "Sprache der ressentimentlosen Offenheit der Kulturen füreinander" ins Historische.
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