Nacht in der Großstadt. Ein Häuserblock, manche Fenster erleuchtet, manche dunkel wie die sie umgebende Nacht. Wer lebt in diesem Haus? Wer sind die Menschen, die jetzt schlafen? Sigrid Behrens erzählt in diesem Buch Lebens- und Liebesgeschichten: von Karl, der an seine verlorene Liebe denkt, von Helene, die schlaflos neben ihrem Mann liegt und ihr Leben an sich vorbeiziehen lässt, von dem Kind in seinem Bett mit all seinen Träumen und Ängsten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2007
Nicht so irre einladend, was Rezensent Martin Halter da über das Prosadebüt der Theaterautorin Sigrid Behrens zu sagen hat. Wie in einem Stück von Jelinek fühlt er sich bei der Lektüre dieser Geschichten. Witz, Spannung, Kontinuität: Fehlanzeige. Dafür Trostlosigkeit satt. Wenn er in den "Konstrukten" der Autorin, den Bewusstseinsströmen der wie durch ein Fernglas beobachteten "einsamen Menschen" mitunter "kleine Gesten des Widerstands" ausmacht, ist das schon viel. Allerdings scheint Halter das Ganze auch irgendwie zu genießen. Die Art, wie sich die Erzählerin immer wieder in die Monologe und "diskreten Momente" der Figuren einschaltet jedenfalls, findet er "meistens kunstvoll".
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 22.03.2007
Bei Sigrid Behrens spielt Jürgen Berger gern Mäuschen, genauer "Kovoyeur". Wenn die Prosadebütantin ihren Erzählraum "wie einen Weihnachtskalender" öffnet, um einen Reigen verlorener Seelen und "melancholischer Nachtfalter" zu initiieren, findet Berger das auf Anhieb meisterlich. Auftretende Konturenunschärfen der Nachtwesen scheinen ihm ausreichend ausbalanciert durch andere, "handfeste Figuren". So kann das ruhig weiter gehen, findet Berger, gern auch mit erweitertem "Stimmungspanorama" in kommenden Prosastücken.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Dörte Hansen: Broder Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den "Kuhverstand" vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein…