Rachel Kushner

Ich bin ein Schicksal

Roman
Cover: Ich bin ein Schicksal
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019
ISBN 9783498035808
Gebunden, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. Romy Hall tritt eine zweimal lebenslängliche Haft in der Stanville Women's Correctional Facility an, tief in Kaliforniens Central Valley. Draußen die Welt, von der sie nunmehr abgeschnitten ist: San Francisco, wo sie aufwuchs und wo ihr kleiner Sohn Jackson lebt. Drinnen eine ganz neue: Hunderte Frauen, die um das Nötigste zum Überleben kämpfen; ständiges Bluffen und Katzbuckeln und die beiläufige Gewalt durch Aufsichtspersonal wie Gefangene. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer am Horizont: einen noch an Ideale glaubenden Sozialarbeiter, der sich der jungen Frau annimmt…

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.07.2019

Rezensentin Ingeborg Harms lernt in Rachel Kushners neuem Roman die Gefängniswelt der USA und den amerikanischen Anarchismus kennen. Das gesellschaftliche Psychogramm, das Kushner anhand einer geflohenen Lebenslänglichen und ihrer Erfahrungen und Strategien im Knast zeichnet, berührt Harms einerseits, stößt sie andererseits ab mit seinen Redundanzen und Pathosformeln. Der Leser betritt eine Welt abseits aller politischen Korrektheit, erklärt Harms, und lernt die Lügen und den Selbstbetrug der Gesellschaft kennen und sehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2019

Tief beeindruckt berichtet Rezensent Thomas David von diesem großen Roman der amerikanischen Rachel Kushner, der ihm die ganze Widersprüchlichkeit der menschlichen Existenz offenbarte. Dostojewski und Thoreau nennt der Kritiker als Bezugsgrößen. "Ich bin ein Schicksal" erzählt von Romy Hall, die im Laufe ihres beklagenswerten Lebens zur Mörderin  wurde, und von all den Frauen, denen sie im Gefängnis begegnet. Selten hat der Kritiker die Gesichter von Menschen hinter Mauern derartig leuchten gesehen wie in diesem Roman von immenser Strahlkraft. Vor allem weil Kushner so unsentimental erzähle und Menschen schildere, die für ihr eigenes mieses Leben andere leiden ließen, erscheint ihm das Buch als ein wahres "Manifest der Menschlichkeit".