Rabea Edel

Das Wasser, in dem wir schlafen

Roman
Cover: Das Wasser, in dem wir schlafen
Luchterhand Literaturverlag, München 2006
ISBN 9783630872247
Gebunden, 160 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Zwei Schwestern haben sich, nachdem ihre Mutter die Familie verlassen hat, gegeneinander verschworen: Jede will mutiger sein als die andere, schlauer und begehrenswerter. Sie provozieren sich, stellen sich Prüfungsaufgaben, als sie sich aber in denselben Mann verlieben, verkehrt sich das Spiel in harten Wettstreit. Das Debüt einer jungen deutschsprachigen Autorin - über eine Liebe, deren Gefahren zwei heranwachsende Frauen zu spät bemerken.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.05.2006

Dieser "kleine" Debütroman hat was, kann man der sehr empfindsamen Rezension von Lea Streisand entnehmen. Allerdings wird nicht ganz klar, was genau. Zwar lässt die Rezensentin das Schicksal der beiden traurigen Schwestern im Zentrum des Romans nicht kalt, besonders, weil die Jüngere der beiden im Laufe der Handlung ertrinkt. Trotzdem ruft die Vielzahl der Motive aus bereits existierenden Romanen und Filmen Irritation hervor. Von Jeffrey Eugenides' "Virgin Suicides" bis zu Hitchcocks "Vögeln" reicht die Referenzliste, die die Rezensentin präsentiert. Auch scheint die Autorin das Unglück gelegentlich etwas zu dick aufzutragen. Streisands Unbehagen angesichts von Motivkompilation und stilisierter Düsternis im Roman wird jedoch durch den Ton der jungen Autorin deutlich gemildert, die sie immer wieder mit Nüchternheit und einer "fast abgebrühten" Erzählhaltung immer wieder beeindrucken kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2006

Für Pia Reinacher zeigt sich Rabea Edel mit ihrem Romandebüt als eine "typische Exponentin ihrer Schriftstellergeneration" mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Aber es sind vor allem die Schattenseiten, die der Rezensentin bei der Geschichte um eine glücklose "Patchworkfamilie", in deren Mittelpunkt zwei Schwestern stehen, aufgefallen sind. Reinacher bemängelt die irritierende "Altklugheit", die allzu plakative "Aktualität" und die bemühte "Künstlichkeit". Zwar will die Rezensentin der Autorin keineswegs das Talent absprechen, und sie kommt nicht umhin, die immer wieder ins Auge fallende "poetische Dichte" und die "anrührende Schlichtheit" so mancher Passage zu loben. Insgesamt aber ist ihr das Ganze viel zu sehr aufs Exemplarische angelegt und nicht zuletzt im fatalen Ende der Geschichte, die im Selbstmord der jüngeren Schwester gipfelt, zu eindeutig, um zu überzeugen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.05.2006

An Rabea Edels Romandebüt fasziniert Paul Brodowski vor allem die schillernde Figur der Schwester der Ich-Erzählerin. Der Roman, in dessen Mittelpunkt die enge, "spannungsreiche" und letztlich unheilvolle Geschwisterbeziehung steht, scheint dem Rezensenten insgesamt "etwas unausgegoren", er bemängelt die schwankende "sprachliche Qualität und Dichte", sieht sich mitunter einem Übermaß an allzu beliebigen Motiven gegenüber, die sich in den ansonsten "realistischen, psychologischen" Erzählton mischen. Die Sprünge und Raffungen in der erzählten Handlung sind dann auch nicht das Ergebnis souveränen "Jonglierens" mit dem Stoff und den verschiedenen Zeitschichten des Romans, sondern doch eher ein Zeichen dafür, dass die 1982 geborene Edel mit der Romanform "(noch) nicht vollkommen zurechtkommt", glaubt der Rezensent. Dennoch findet er dieses Debüt durchaus viel versprechend und er zeigt sich vor allem von der "präzisen Sprache", die, wie er meint, in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur "selten" ist, gefangen genommen.
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