"Ich bin nicht losgekommen von der Lyrik", sagt die Schriftstellerin und Germanistin Ruth Klüger. Gedichte haben ihr einst geholfen, das KZ zu überleben, die Verse von Goethe, Schiller, Heine, die sie während des stundenlangen Appellstehens im Stillen immer aufs Neue wiederholte. Die Dichter und ihre Bücher umgeben sie bis heute, sie sind für sie "eine Art Dauerware". Dieser Band sammelt erstmals Ruth Klügers Interpretationen, auch übersetzter Gedichte, aus den vergangenen zehn Jahren. Sie deutet und übersetzt Gedichte von Adelbert von Chamisso bis Durs Grünbein, von Elizabeth Barrett Browning bis Anne Sexton.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2018
Ruth Klügers Lyrikinterpretationen aus der "Frankfurter Anthologie" in Auswahl bestechen für Rezensent Alexander Kosenina durch gewohnte Prägnanz. Die deutschen und englischen Gedichte von Rilke, Chamisso oder Langston Hughes liest er mit Klüger als lösbare Rätsel beziehungsweise unergründliche Geheimnisse und folgt ihrer Entschlüsselung durch die Autorin, die für Politik und Kunst besonders sensibel ist, wie Kosenina anmerkt. Erhellend, findet der Rezensent.
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