Aus dem Katalanischen von Monika Lübcke. Ewige Liebe - ist für den Helden der Geschichte Voraussetzung, endlich zu heiraten. Eine Bedingung, die einzulösen er sich nicht in der Lage fühlt. Bis er zufällig eine alte Liebe wieder trifft und über Umwege erfährt, dass sie todkrank ist und nur noch wenige Monate zu leben hat. Ihr also kann er ewige Liebe schwören; sie heiraten. Doch dann stellt sich ihm ein Problem: Sie will einfach nicht sterben. Monzos Geschichten verknüpfen das alltägliche mit dem einmalig Besonderen: Eine Frau, die mit der Schere auf ihre Erinnerungen losgeht. Zwei Männer, die sich neben einem angesagten Club eine Wohnung leisten, um mit dem neuesten Flirt sofort ins Bett steigen zu können. Das Nachdenken über die angeblich spießigste aller menschlichen Beschäftigungen: dem aus dem Fenster schauen. Ein berühmter Schriftsteller, der durch ein unbedachtes Lob einem jungen Kollegen zum Ruhm verhilft und später von ihm vernichtet wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2010
Merten Worthmann empfiehlt vor allem den ersten Teil des Erzählungsbandes. Hier zeigt sich Quim Monza als der Meister des existentiell Absurden, für den Worthmann ihn hält. Allerdings ist die Trostlosigkeit der in Altersheimen spielenden, um das Mängelwesen Mensch kreisenden Geschichten auch beträchtlich, warnt Worthmann. Dafür dass ihm die Schwächen, Bösartigkeiten und Zwangsvorstellungen der Figuren nicht allzu sehr zu schaffen machen, sorgt des Autors rigoroser Verzicht auf Schuldzuweisungen oder Moralpredigten. In den im zweiten Teil versammelten kürzeren Texten erlebt Worthmann Monza leider von seiner schwachen Seite - als alten Grantler, der gegen Internet und Digitalfotografie wettert.
Mit großer Begeisterung bespricht Katharina Granzin diese Erzählungen, an denen sie die geradezu "radikale Genauigkeit der Beobachtungen" besonders fasziniert: wie dabei durch das Gitter des Realen plötzlich auch das Surreale drängt. Die "Grundierungen" dieser Erzählungen bilden den Informationen der Rezensentin zufolge im ersten Teil des Buches Alter und Tod, Schmerz und Krankheit, und zwar "so brutal", dass es der Rezensentin oft ans Herz greift. Die Texte in Teil zwei seien etwas leichter im Ton. Alle Erzählungen des ehemaligen Kriegsberichterstatters unterliegen Granzins Beobachtung zufolge dabei dem gleichen Prinzip, nämlich "existenzielle Sachgassen so auf die Spitze zu treiben", dass sie zur "auswegslosen Lebensfalle" werden. Auch der Übersetzerin Monika Lübcke wird großer Anteil an der Qualität dieses Buchs bescheinigt.
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